Lisa Kröger (17) nimmt am Rotary-Jugendaustausch teil
Elf Monate in Mexiko

Bünde (WB). Mexiko – da denkt man vielleicht an die Azteken und Mayas, aber auch an Drogenkartelle. Also eher mit Vorsicht zu genießen? Das hat Lisa Kröger (17) allerdings nicht davon abhalten können, elf Monate als Gastschülerin in dem Land zu leben. Möglich gemacht hat das der Rotary-Jugendaustausch.

Montag, 05.08.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 09:16 Uhr
Wieder zuhause in Spradow: Lisa Kröger mit der mexikanischen Flagge. Elf Monate verbrachte sie als Rotary-Austauschschülerin in Mexiko. Foto: Hilko Raske

Lisa ist Schülerin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse ging sie im August 2018 für ein Schuljahr nach San Miguel de Allende, lebte dort in zwei Gastfamilien. Die Stadt hat etwa 80.000 Einwohner, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Inzwischen ist Lisa wieder zuhause in Spradow – und hat die Folgen der Zeitumstellung (Mexiko liegt sieben Stunden hinter Deutschland zurück) bewältigt.

Ihre ersten Eindrücke: sehr warm, eine ganz andere Architektur und gewöhnungsbedürftige Straßen. Die Gymnasiastin hatte vor dem Schüleraustausch ein Jahr lang Spanisch gelernt. »Das waren aber nur Grundlagen. Das hat in Mexiko nicht so viel geholfen.« Für Lisa aber kein Problem – reichte der Spanischwortschatz nicht aus, verständigte man sich eben mit den Händen oder wechselte ins Englische.

Schon innerhalb kurzer Zeit habe sie die Unterschiede zum Leben in Deutschland bemerkt. »Meine Gasteltern wollten nicht, dass ich alleine nach draußen in die Stadt gehe.« Zur Schule sei sie beispielsweise vom Chauffeur gebracht worden. In der Schule sei das Tragen einer Uniform Pflicht gewesen. Der Unterricht habe bereits um 7 Uhr begonnen und sei bis 15 Uhr gegangen. »Die waren vom Unterrichtsstoff her aber nicht so weit wie wir, sondern hinkten zwei Jahre hinterher.« Mit der Zeit habe sie gemerkt, dass deutsche Pünktlichkeit in Mexiko nicht wirklich Sinn macht. Zu Verabredungen, aber auch zum Unterricht seien Mexikaner immer etwas später erschienen.

Zum Jugendaustauschprogramm gehörten auch von Rotary betreute und organisierte Rundreisen und Ausflüge. So lernte Lisa die Hauptstadt Mexiko City kennen, gab es Touren an die Karibikküste, nach Chihuahua (Nordmexiko) und Baja California (Pazifikküste).

Während Lisa in Mexiko lebte, wohnten übrigens in ihrer Familie nacheinander zwei Gastkinder aus Japan und Brasilien. Sie besuchten hier in Bünde ein Jahr lang die Schule.

Elf Monate Mexiko – an was erinnert man sich da besonders gerne? »Was mich beeindruckt hat, ist die Lebensfreude der Mexikaner. Die lachen viel mehr als wir«, sagt Lisa – und lacht.

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