Nach Unfällen: SPD fordert Tempo-30-Abschnitt auf der Bünder Klinkstraße
Gefährlicher Zebrastreifen?

Bünde (WB). Die Klinkstraße und die Engerstraße gehören zu den meistbefahrenen Verkehrswegen im Stadtgebiet. Wenn Fußgänger sie überqueren wollen, bietet sich der Zebrastreifen an der Autobahnbrücke an. Der sei allerdings für Passanten viel zu gefährlich, meint die SPD-Ratsfraktion – und fordert ein Tempolimit in diesem Bereich.

Samstag, 03.08.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 15:28 Uhr
Der Zebrastreifen an der Autobahnbrücke: Hier ist es wiederholt zu Unfällen gekommen, bei denen Fußgänger verletzt wurden. Die SPD-Fraktion fordert deshalb, die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Stundenkilometer festzulegen, damit Fußgänger künftig sicherer über die Klinkstraße kommen Foto: Hilko Raske

Einen entsprechenden Antrag hat SPD-Fraktionschefin Andrea Kieper jetzt an Bürgermeister Wolfgang Koch geschickt. In dem Schreiben wird die Verwaltung aufgefordert, sich mit dem Landesbetrieb Straßen NRW – es handelt sich um eine Landesstraße – in Verbindung zu setzen, damit der eine beidseitige Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer im Bereich des Zebrastreifens anordnet.

Fußgänger werden schnell übersehen

Kieper verweist darauf, dass täglich mehrere tausend Fahrzeuge auf dieser Strecke unterwegs sind. Gleichzeitig wäre der Zebrastreifen zwischen dem Kreisel Klinkstraße und der Kreuzung Enger­straße/Kurt-Schumacher-Straße die einzige Möglichkeit für Fußgänger, die Straße bevorrechtigt zu überqueren. »Leider werden Fußgänger dort aber auch immer wieder übersehen, so dass es in diesem Bereich wiederholt zu Unfällen gekommen ist«, sagt Kieper.

Die Ursache würde häufig daran liegen, dass Fußgänger zu spät gesehen werden. »Möglicherweise liegt das an der Autobahnunterführung«, vermutet die SPD-Fraktionschefin. Bedingt durch den Schatten, die die Brücke werfe, gebe es vor beziehungsweise nach dem Zebrastreifen eine Stelle, die nur schwer einsehbar sei. »Hinzu kommt, dass in der Nähe des Zebrastreifens sowohl die Schwartemeierstraße als auch der Wittemeierweg einmünden. Außerdem befindet sich gleich nebenan eine gut besuchte Tankstelle.«

Antrag im Fachausschuss

Damit Fußgänger den Zebrastreifen sicher überqueren könnten, sei es erforderlich, dass sie von Autofahrern auch wahrgenommen würden. Bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und dem Schattenwurf der Brücke sei ein entsprechender Sichtkontakt zwischen Fußgängern und Autofahrern aber erschwert.

Abhilfe würde hier eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer schaffen. Autofahrer hätten dann einfach mehr Zeit, angemessen zu reagieren. »Das lässt erwarten, dass Fußgänger künftig deutlich sicherer die Straße überqueren können.« Kieper verweist in ihrem Antrag dabei auf Straßen, wo das schon so geregelt sei: Brunnenallee und Holzhauser Straße in Höhe Wirtsheide.

Mit dem Antrag der SPD-Fraktion wird sich nun der zuständige Fachausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen beschäftigen.

Ein Kommentar von Hilko Raske

Wer die Stelle einmal mit dem eigenen Fahrzeug passiert hat, weiß, dass dieser Zebrastreifen eigentlich an einer sehr ungünstigen Stelle liegt. Die Autobahnunterführung hat schon fast Tunnelcharakter, lenkt vom Zebrastreifen ab. Hinzu kommt der Schatten, den die Brücke wirft. Das Zusammenspiel beider Faktoren – Schattenwurf und ein gewisser Tunneleffekt – könnte dazu führen, dass Autofahrer im entscheidenden Moment abgelenkt werden. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer würde hier bestimmt für mehr Sicherheit sorgen.

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