Unterführung bei Unwetter geflutet – Bünder beschwert sich – DB bessert nach
Ärger über Regenchaos am Bahnsteig

Bünde (WB). Als Lucio Di Matteo (43) aus dem Italien-Urlaub mit der Bahn in Bünde ankommt, erlebt er eine nasse Überraschung. Durch das Bahnsteigdach prasselt der Regen in den Fußgängertunnel. Knöcheltief steht dort das Wasser. Er meldet sein Erlebnis der Bahn, doch die Antwort ärgert ihn.

Dienstag, 23.07.2019, 11:30 Uhr
Mit seinem Smartphone hat Lucio Di Matteo die sturzbachartigen Wassermassen, die am Nachmittag des 12. Juli in Richtung Unterführung prasselten, auf Video gebannt.

Es ist der 12. Juli, als Di Matteo gemeinsam mit seiner Freundin aus dem Zug steigt. »Das war gegen 16.10 Uhr. Da regnete es schon tüchtig.« Vom hinteren Bahnsteig aus machen sich der 43-Jährige und seine Begleiterin samt Gepäck zum Fahrstuhl auf. Die Treppe wollen sie wegen des offensichtlich undichten Dachs nicht nehmen. Was er noch nicht weiss: Die Unterführung zwischen den Bahnsteigen ist mittlerweile voll mit Wasser: »Als die Kabine in der Unterführung stoppte und sich die Türen öffneten, strömte das Wasser in den Lift. Ich habe mir sofort sorgen um die Elektrik gemacht, wenn der Aufzug sozusagen komplett geflutet wird«, schildert der Bünder.

Handy-Video auf Facebook

Mit seinem Handy dokumentiert er das Regenchaos. Deutlich ist auf dem kurzen Filmchen zu sehen, wie das Wasser sturzbachartig von der Decke in den Treppenaufgang zum Bahnsteigtunnel schießt. Reisende drängen sich möglichst nah an der Wand die Stufen herauf und herunter, um nicht klatschnass zu werden.

Sein Video stellt er auch bei Facebook ein. Dort kursieren schon seit mehreren Monaten immer ähnliche Aufnahmen aus Bünde. Das Problem der bei Regen undichten Dächer dürfte somit nicht neu sein. Außerdem kontaktiert er den Kundendienst der Deutschen Bahn, weist auf die Missstände und seine Erfahrungen hin. Und die DB antwortet prompt, allerdings nicht so, wie Di Matteo sich das vorgestellt hat. In der Nachricht, die auch dieser Zeitung vorliegt, entschuldigt sich der Kundendienstmitarbeiter für die »nassen Füße« des Bünder Paares und das »schlechte Erlebnis«. Zugleich wird auf die Möglichkeit verwiesen – wohl wegen der durchnässten Schuhe – sich »an unsere Haftpflichtversicherung zu wenden«.

»Wir sind nicht aus Zucker«

»Wenn das Wasser die Treppen runterschießt, können Menschen stürzen«, bemängelt Lucio Di Matteo.

»Wenn das Wasser die Treppen runterschießt, können Menschen stürzen«, bemängelt Lucio Di Matteo. Foto: Daniel Salmon

Doch darum ging es dem 43-Jährigen gar nicht: »Wir sind nicht aus Zucker. Wenn man allerdings weiß, dass dieser Bahnhof vor zirka vier Jahren renoviert worden ist und dass seitdem das Dach undicht ist, Fahrstühle schon öfters stecken geblieben sind, dann ist das schon ärgerlich.«

Zudem habe er auf das Verletzungsrisiko hinweisen wollen, das durch die vom Regen rutschigen Treppen oder den Boden der Unterführung entstehe: »Wer haftet dafür, wenn jemand stürzt? Bei Leuten, die beispielsweise mit Krücken unterwegs oder bewegungseingeschränkt sind, kann das schnell mal passieren. Und wenn ein Zugreisender das erste Mal nach Bünde kommt und es dann auch regnet, macht das wirklich keinen guten Eindruck«, findet Di Matteo.

Das sagt die Deutsche Bahn

Auf Anfrage dieser Zeitung äußerte sich die Deutsche Bahn am Montagnachmittag zum vermeintlich defekten Bahnsteigdach. So teilt eine Unternehmenssprecherin Folgendes mit: »Bereits vor einigen Wochen haben wir die Prüfung des Dachs beauftragt. Hierbei konnten keine baulichen Mängel festgestellt werden. Da es im Nachhinein erneut – bedingt durch Starkregen – zu einem Wassereinbruch kam, haben wir in der letzten Woche eine Kamerabefahrung der Kanäle und Abflüsse durchgeführt. Im Rahmen der Befahrung haben wir einige bauliche Veränderungen vorgenommen. Wir hoffen, dass wir mit Hilfe diesen Maßnahmen zukünftig Wassereinbrüche verhindern können. Sollte es weiterhin zu Einbrüchen kommen, werden wir zusätzliche Spezialisten beauftragen.«

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