Privater Investor erwirbt 9400 Quadratmeter großes Areal in Spradow
Am Stadtrand entstehen Sozialwohnungen

Bünde  (WB). Kleine Wohnungen mit nur einem oder zwei Zimmern sind in Bünde eher die Ausnahme. Und als Sozialwohnungen sind sie absolute Mangelware. Das könnte sich – zumindest teilweise – in naher Zukunft ändern.

Samstag, 06.07.2019, 15:01 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 16:00 Uhr
Auf diesem Acker am Rand von Spradow sollen unter anderem Sozialwohnungen entstehen. Foto: Hilko Raske

Die Weichen dafür hat am Donnerstagabend der städtische Planungsausschuss gestellt. Ohne Gegenstimme votierten die Kommunalpolitiker dafür, dass im Stadtteil Spradow auf einer etwa 9400 Quadratmeter großen Fläche, die bislang als Acker beziehungsweise Erdbeerfeld genutzt wird, Wohnbebauung entstehen kann. Vorgesehen sind auf dem Areal zwischen der Dünner Straße, Spradower Schweiz und Virchowstraße Ein- und Mehrfamilienhäuser. Dabei soll ein gewisser Prozentsatz als Sozialwohnungen auf den Markt kommen, darunter auch kleinere Wohnungen.

Kritik von den Grünen

Kritik am Projekt kam von Seiten der Grünen. In Spradow gebe es bereits zahlreiche leer stehende Wohnungen, so der Einwand von Elmar Holstiege. »Lässt sich hier nicht schneller etwas mobilisieren als bei diesem Bauprojekt?«, wollte er wissen. Man würde immer mehr freie Flächen im Außenbereich zubauen, monierte sein Fraktionskollege Eyüp Odabasi. »Gerade das wollen wir doch vermeiden.«

Mindestens 20 Prozent Sozialwohnungen

Der Verwaltung werde ständig vorgeworfen, dass sie zu wenig für bezahlbaren Wohnraum tue, reagierte Amtsleiter Volker Dix auf die Einwände. »In manchen Regionen in NRW haben schon an die 60 Prozent der Einwohner einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein«, informierte er. Und: »Wir sollten alle froh sein, dass in Spradow bezahlbarer Wohnraum entsteht«. Als Zielmarke für Wohnungen mit einer Mietpreisbindung bei diesem Projekt nannte Dix einen Anteil von mindestens 20 Prozent. »Erfreulicher wäre es natürlich, wenn wir an die 30-Prozent-Marke kommen.« Jetzt habe man endlich einen privaten Investor, der ein derartiges Vorhaben in Angriff nehmen wolle. Durch einen städtebaulichen Vertrag, der als Entwurf schon vorliege und der gemeinsam mit dem Projektplaner abgeschlossen werden solle, habe man große Gestaltungsmöglichkeiten, betonte Dix.

Unterstützung erhielt Dix von Martin Schuster (CDU). »Es kann doch nicht sein, dass wir auf der einen Seite Diskussionen über die große Wohnungsnot führen und auf der anderen Seite passende Flächen nicht verfügbar machen.«

»Von der Lage her optimal«

Dix wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Fläche von der Lage her optimal sei. Durch die an zwei Seiten vorhandene Bebauung könne das neue Quartier harmonisch in das Stadtbild eingepasst werden. Die stadtnahe Lage gewährleiste auch die Anbindung an Nahversorgung, Ärztezentrum, Schulen, Kindergärten sowie Innenstadt und Naherholung.

Kommentar

Über Jahre hinweg ist die Zahl von Wohnungen mit einer Mitpreisbindung gesunken. Vor allem kleine Sozialwohnungen für Singles sind eine Rarität – das gilt auch für den Bünder Wohnungsmarkt. Ein Mangel, auf den regelmäßig die Diakonische Stiftung Herford, die in Bünde Menschen in sozialen Schwierigkeiten und Wohnungsnot berät, hinweist. Gerade in Zeiten, in denen alle über Wohnungsnot klagen und die Mietpreise kontinuierlich steigen, ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum das Gebot der Stunde.

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