Grundschule Spradow: Nur sieben Räume für acht Klassen
Lehrerzimmer soll in den Keller

Bünde (WB). Sieben Klassenzimmer gibt es an der Grundschule Spradow. Das führt dazu, dass alle vier Jahre – die Schule ist zweizügig – ein Raum fehlt. Wie dieses Problem zu lösen ist, darüber haben Kommunalpolitiker und die Lehrerschaft durchaus unterschiedliche Ansichten.

Dienstag, 02.07.2019, 07:02 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 07:10 Uhr
Der Schulausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dass das aktuelle Lehrerzimmer an der Grundschule Spradow wieder als Klassenraum und der bisherige PC-Raum für eine Übergangszeit als Lehrerzimmer genutzt werden soll. Foto: Daniel Salmon

Mit diesem Thema setzte sich nun der Schulausschuss auseinander. Auf die Vorgeschichte ging dabei Thomas Clausing, Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes, ein. So habe es bereits einen Workshop gegeben, in dem sechs verschiedene Varianten diskutiert wurden, wie man das Raumproblem lösen könne. Die Teilnehmer hätten eine Variante einvernehmlich favorisiert . Diese sehe vor, dass das aktuelle Lehrerzimmer wieder als Klassenraum und der bisherige PC-Raum künftig als Lehrerzimmer genutzt werde. Der Wegfall des PC-Raums solle in geeigneter Weise kompensiert werden, indem zum Beispiel das Gebäude der Grundschule Spradow technisch mit einer entsprechenden Infrastruktur so ausgestattet wird, dass bedarfsgerecht im Schulgebäude mit EDV-/WLAN-Technik gearbeitet werden kann.

Was passiert mit der OGS

Bereits im Vorfeld war von Seiten der SPD-Fraktion moniert worden, dass dieser Vorschlag die Bedürfnisse des Offenen Ganztages (OGS) ignoriere. »Wir sollten die Bedarfe der Schule ernst nehmen und auch die notwendigen Maßnahmen im Bereich des offenen Ganztags umsetzen«, hatte Ratsmitglied Christian Rüter vorgeschlagen. Hier seien für vier Gruppen nur drei Räume vorhanden. »Wir sollten versuchen, den fehlenden Raum für den Offenen Ganztag im Gebäudebestand unterzubringen. Denkbar wäre es, die OGS im PC-Raum unterzubringen und außerdem einen Kellerraum zu nutzen«, brachte Wolfgang Pohl eine neue Variante ins Spiel.

Die Stellungnahme von Christian Rüter habe ihn etwas irritiert, gestand Heinz Georg Beneke (CDU). Er habe den Eindruck gehabt, dass bislang hinsichtlich der Vorgehensweise Konsens bestehe. Er könne sich aber damit anfreunden, dass man im Gebäudebestand bleibe und Kellerräume nutze. Martin Schuster (CDU) verwies darauf, dass man im Stadtteil immer wieder neue Wohngebiete schaffe – »dem müsse wir Rechnung tragen.«

Schulkonferenz lehnt Vorschlag ab

Eine ganz eindeutige Position hatte die Schulkonferenz bezogen. »Die Schulkonferenz lehnt den Lösungsvorschlag des Schulausschusses zur Raumsituation an der Grundschule Spradow einstimmig ab«, heißt es in einer Stellungnahme, die den Ausschussmitgliedern vorlag.

Die Schaffung eines notwendigen achten Klassenraumes könne nicht ohne Beachtung der dadurch steigenden Schülerzahlen für die OGS und des sich dort zusätzlich verschärfenden Raumbedarfs betrachtet werden, betonte Schulleiterin Monika Maasjost. Die Schulkonferenz halte es für notwendig, die besondere Situation des gemeinsamen Lernens zu berücksichtigen und die Schule um einen OGS-Raum zu erweitern. Die Einrichtung eines achten Klassenraumes im Lehrerzimmer sei eine wenig realistische Lösung für das Schulleben.

2020 soll alles fertig sein

Trotz der Einwände hielt der Schulausschuss praktisch an der ursprünglichen Lösung fest. Er sprach sich einstimmig dafür aus, dass das aktuelle Lehrerzimmer wieder als Klassenraum und der bisherige PC-Raum für eine Übergangszeit als Lehrerzimmer genutzt werden soll. Außerdem soll ein Kellerraum für die Zukunft zum Lehrerzimmer umgebaut werden, wenn es sich wirtschaftlich darstellen lässt.

Das Ganze soll zum Schuljahr 2020/21 abgeschlossen sein.

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