41-Jähriger verletzt neuen Freund (34) seiner Ex und spricht von Notwehr – Gericht verhängt Geldstrafe
Pfefferspray-Attacke statt Aussprache

Bünde (WB). Sie waren mal Freunde. Dann spannte der eine dem anderen die Lebensgefährtin aus. Eine geplante Aussprache endete für einen der Männer nach einer Pfefferspray-Attacke im Krankenhaus. Vor dem Bünder Amtsgericht folgte am Montag das juristische Nachspiel.

Dienstag, 02.07.2019, 08:00 Uhr
Ein 41-Jähriger aus Melle hat seinem Nebenbuhler Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Foto: dpa

Der Vorwurf gegen einen 41-Jährigen aus Melle lautete auf gefährliche Körperverletzung. Laut Anklage soll der frühere Autoteile-Händler seinen Nebenbuhler an einem Juliabend vor einem Jahr in dessen Wohnung in Bünde aufgesucht haben. Als das spätere Opfer (34) dem Mann die Tür öffnete, soll der Beschuldigte im gleich Pfefferspray in die Augen gesprüht, gegen das Bein getreten und wüst beschimpft haben. Danach habe er das Weite gesucht.

»Ich musste mich doch wehren«

»Das stimmt nicht, das ist gelogen. Er hat mich zuerst angegriffen«, verteidigte sich der Angeklagte. Laut seiner Einlassung war das abendliche Treffen morgens telefonisch vereinbart worden. Als er an der Wohnung an ankam, habe ein Angestellter des 34-jährigen Trockenbau-Unternehmers ihn ins Haus gelassen. Erst dann sei der Geschädigte aufgetaucht: »Er wurde sofort aggressiv, hat mich geschubst und am Kragen gepackt«, führte der Meller aus. Daraufhin habe er das Pfefferspray (»Das habe ich immer dabei«) eingesetzt, um sich zu verteidigen: »Ich musste mich doch wehren. Ich bin ganz bestimmt nicht dahin, um Stress zu machen«, beteuerte der 41-Jährige. Seiner Aussage nach wollte er nur klären, warum sein früherer Kumpel, der ihn eigentlich mit seiner Ex-Freundin wieder zusammenbringen wollte, jetzt in einer Beziehung mit dem 34-Jährigen ist.

Der Geschädigte, der zum Tatzeitpunkt seit zwei Wochen mit seiner neuen Partnerin in einer Beziehung lebte, räumte bei seiner Vernehmung die telefonisch vereinbarte Verabredung mit seinem ehemaligen Kumpel ein. Ebenso betonte er, dass es nicht er war, der die Tür öffnete. Angegriffen haben will er den Meller aber nicht: »Ich wollte ihm die Hand geben. Er hat mich geschubst und mit Pfefferspray besprüht. Er hat gesagt: Was willst du mit meiner Freundin?« Zwei bis drei Stunden habe der 34-Jährige nichts sehen können: »Ich hatte richtige Schmerzen. Alles war auf einmal dunkel. Ich bin dann ins Krankenhaus gebracht worden.«

In ihrem Plädoyer forderte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, die die Ausführungen des Opfers für glaubwürdig hielt, eine sechsmonatige Bewährungsstrafe für den Angeklagten. Dazu sollte der Mann 500 Euro Wiedergutmachung an das Opfer zahlen.

Geldstrafe von 3000 Euro

Zwar sah auch das Gericht die Schuld des 41-Jährigen als gegeben, blieb jedoch unter dem geforderten Strafmaß. Das Notwehr-Argument des Beschuldigten sah der Amtsrichter allerdings zumindest als zweifelhaft an. Letztlich hätte Aussage gegen Aussage gestanden. Was blieb, seien aber die tatsächlichen Verletzungen des Bünders. »Möglicherweise ging es bei der Sache um verletzten Stolz oder Eifersucht«, hielt der Jurist fest. Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall verurteilte er den Mann am Ende zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro (100 Tagessätze á 30 Euro).

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