Zweiter Warnstreik bei GMA – Verhandlungen vorerst gescheitert
Die Lage ist verfahren

Bünde (WB). Die Lage beim Bünder Unternehmen GMA Metall GmbH ist verfahren. Nachdem es bereits im November einen Warnstreik gegeben hatte, wurden die weiteren Verhandlungen vor einigen Wochen abgebrochen. Am Freitag legten die Angestellten erneut die Arbeit nieder.

Freitag, 07.06.2019, 21:00 Uhr
Die Beschäftigten der GMA Metall GmbH aus Bünde-Ahle traten Freitag in einen mehrstündigen Warnstreik. Betriebsratschef Frank Fetting forderte ein 13. Monatsgehalt, die Tarifbindung und auch Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens GMA Metall. Foto: Raphael Steffen

2017 Insolvenz angemeldet

Das in Ahle ansässige Unternehmen hatte 2017 Insolvenz angemeldet und wurde später von der zur Aunde-Gruppe gehörenden Isringhausen GmbH & Co. KG übernommen. Anders als der Mutterkonzern ist GMA aus der Tarifbindung ausgetreten; die Löhne liegen hier – nach Gewerkschaftsangaben – 30 Prozent unter dem Niveau des Flächentarifvertrags.

Ihre Forderungen haben die Arbeitnehmervertreter inzwischen etwas modifiziert. Peter Kleint, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Herford, will für die GMA-Arbeiter ein 13. Monatsentgelt und einen Anerkennungstarifvertrag (ATV) erstreiten. »Ein ATV würde das ganze Spektrum des Tarifs abbilden«, so Kleint.

»Lieber Geld für Dönekes«

Dass die Arbeitgeberseite seit mehreren Wochen nicht mehr reagiere und nun ein zweiter Ausstand notwendig geworden sei, liegt laut Kleint an der Blockadehaltung der Muttergesellschaft Isringhausen. Deren Geschäftsführer Rolf Königs, bekannt als Präsident des Fußballvereins Borussia Mönchengladbach, gebe lieber Geld für Fußballer (Kleint: »für Dönekes«) aus als für sein Bünder Tochterunternehmen.

»Isringhausen lässt den Betrieb verkommen. Der Investitionsstau muss gelöst werden, sonst wird es zu einer gefährlichen Situation kommen«, warnte Kleint. GMA sei bald nicht mehr konkurrenzfähig.

»Maschinen sind veraltet«

Nachdem es nur »fürchterliche« und »zynische« Angebote der Geschäftsführung gegeben habe, wolle man nun sein Recht erstreiken. Die schärfsten Worte fand der Betriebsratsvorsitzende Frank Fetting. »Die Stimmung ist beschissen«, erklärte er: »Es geht um unsere Zukunft, unsere Familien, unsere Kinder.«

Altersschnitt und Krankenstand seien hoch, die Maschinen so veraltet, dass die Mitarbeiter inzwischen »Improvisationsweltmeister« seien. Katharina Wachsmann von der IG Metall sprach von einem »Industriemuseum«. GMA hat zurzeit etwa 190 Angestellte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673532?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
„Wir haben jeden blamiert“
Heute vor 13 Jahren: Als Arminia an der Weser unterging: „Wir haben jeden blamiert“
Nachrichten-Ticker