Aktion von Polizei und Kommunen – Piktogramme werden auf Bürgersteige gesprüht
Gespenst ermahnt Geisterradler

Bünde (WB). Er schüttelt kräftig die Farbdose, prüft kurz die Windrichtung, dann sprüht Landrat Jürgen Müller in Gelb das erste Geisterradfahrer-Piktogramm auf den Bürgersteig an der Holser Straße. Damit gibt er den Startschuss für eine gemeinsame Aktion von Polizei und Kommunen im Kreis.

Mittwoch, 05.06.2019, 05:00 Uhr
»Geisterradfahrer bitte wenden« ist auf dem Pflaster zu lesen – ergänzt von einem kleinen Gespenst auf einem Zweirad. Foto: Kathrin Weege

»Geisterradfahrer bitte wenden« ist auf dem Pflaster zu lesen – ergänzt von einem kleinen Gespenst auf einem Zweirad. »Wir möchten damit die Radfahrer wachrütteln, die auf der falschen Seite unterwegs sind. Denn es kommt immer wieder zu Unfällen, weil Autofahrer nicht mit Fahrradfahrern aus der anderen, der falschen Richtung rechnen«, sagt Polizeihauptkommissar Hans-Joachim Gronau (Direktionsleitung Verkehr). Allein in diesem Jahr waren bereits 15 Mal Geisterradfahrer in Unfälle verwickelt.

Piktogramm ist kein Verkehrszeichen

Das Piktogramm sei kein Verkehrszeichen und werde nur punktuell an nachvollziehbaren Stellen aufgebracht. »Gerade hier am Schulzentrum, wenn zum Schulschluss viel los ist, nehmen die Kinder und Jugendlichen den kürzesten Weg nach Hause – und der führt oft entgegengesetzt zur korrekten Richtung«, meint Andreas Delplanque (Direktion Verkehr). Vor allem an Ein- und Ausfahrten passierten dann Unfälle.

Drei Monate soll die Farbe halten, möglicherweise wird sie erneut aufgetragen. »Wir setzen damit ein Zeichnen, doch noch einmal nachzudenken«, so Gronau.

Verstoß kostet Warngeld von 20 Euro

Während Landrat Müller das Piktogramm aufbringt, nähert sich eine junge Frau auf dem Rad – sie fährt verbotenerweise in entgegengesetzter Richtung auf dem Bürgersteig. Direkt wird sie von Gronau angesprochen und auf ihren Fehler hingewiesen. Die Frau ist einsichtig und kommt dieses Mal mit einer Ermahnung davon. »Kontrollieren wir eine Stelle, wird für ein solches Verhalten ein Verwarngeld von 20 Euro fällig« erklärt Gronau.

Unfallzahlen

Im Kreis Herford ist die Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind, weiterhin hoch. 2018 gab es 210 Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren – darunter 29-Geisterradfahrer-Unfälle. 2019 ereigneten sich bereits 69 Unfälle – bis jetzt schon 15 mit Beteiligung von Geisterradfahrern. Bei den Unfällen in diesem Jahr wurden 41 Radler leicht und acht schwer verletzt.

...

Was viele nicht wissen: Inzwischen sind viele Rad- und Gehwege nicht mehr entsprechend ausgeschildert, sie werden aber dennoch als solche von den Bürgern wahrgenommen, da sie farblich abgesetzt sind. »Nach Novellierung des Straßenverkehrrechts waren viele Radwege nicht breit genug. Sie müssen 2,50 Meter messen«, erläutert Andreas Delplanque. Daher wurde die Beschilderung entfernt. Korrekterweise werden diese Wege – wie auch der an der Holser Straße – »Nebennutzungsfläche« genannt, so Hans-Joachim Gronau.

Hier werden die Piktogramme aufgebracht

In Bünde werden die Piktogramme an der Holser Straße, der Holzhauser Straße und der Herforder Straße aufgetragen sowie an fünf weiteren Stellen in Kirchlengern und Rödinghausen. In den folgenden Wochen geht die Aktion in Löhne, Vlotho, Enger, Spenge, Hiddenhausen und Herford weiter – immer in Absprache und Kooperation mit dem Bauhof des Kreises und den Straßenbaulastträgern.

Das erste Geisterradfahrer-Piktogramm hat Landrat Jürgen Müller an der Holser Straße höchstpersönlich mit gelber Farbe aufgesprüht. Die gemeinsame Aktion sei eine gute Sache, meinen (hinten, von links) Stephan Junkermann (Beigeordneter Gemeinde Kirchlengern), Hans-Joachim Gronau, Dr. Andreas Siepenkothen (Technischer Beigeordneter der Stadt Bünde), Andreas Kleine­berg (Kreis-Bauhof), Fritz Stephan (Gemeinde Rödinghausen), Robin Finkemeyer (Kreis-Bauhof) und Andreas Delplanque. Foto: Kathrin Weege

Das erste Geisterradfahrer-Piktogramm hat Landrat Jürgen Müller an der Holser Straße höchstpersönlich mit gelber Farbe aufgesprüht. Die gemeinsame Aktion sei eine gute Sache, meinen (hinten, von links) Stephan Junkermann (Beigeordneter Gemeinde Kirchlengern), Hans-Joachim Gronau, Dr. Andreas Siepenkothen (Technischer Beigeordneter der Stadt Bünde), Andreas Kleine­berg (Kreis-Bauhof), Fritz Stephan (Gemeinde Rödinghausen), Robin Finkemeyer (Kreis-Bauhof) und Andreas Delplanque. Foto: Kathrin Weege

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