Vierte Bünder Fridays-for-Future-Demo mit Workshops und Reden
»Es geht um unsere Zukunft«

Bünde (WB). Die Fridays-for-Future-Demos in Bünde gehen in die nächste Runde: Mit einem veränderten Konzept wollen sich Schüler an diesem Freitag, 7. Juni, erneut für den Klimaschutz stark machen.

Dienstag, 04.06.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 19:01 Uhr
Ayman Zribi (16) war bei den letzten »Friday for Future«-Demos in Bünde der Mann mit dem Megafon. Mitte April hatten etwa 150 Jugendliche vor dem Rathaus demonstriert. Im März waren es sogar mehr als 300 junge Klima-Aktivisten. Foto: Daniel Salmon

Laut Simone Lah-Schnier, Pressesprecherin der Herforder Kreispolizei, ist der Protest auch schon angemeldet. Beginnen soll die Veranstaltung demnach um 11.25 Uhr und bis 14 Uhr dauern. »300 Teilnehmer sind von den Organisatoren angekündigt worden«, so die Beamtin.

Zum Orga-Team gehört auch einmal mehr Ayman Zribi (16). Der Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule war schon bei zwei der bislang drei Bünder Protestkundgebungen in Erscheinung getreten.

»Wir fühlen uns ernst genommen«

Das letzte Mal waren die jungen Menschen Mitte April vors Rathaus gezogen. Rund 150 Kinder und Jugendliche hatten damals lautstark protestiert . »Im Mai gab es dann keine Demo, weil wir einige organisatorische Sachen regeln mussten, um uns professioneller aufzustellen«, sagt Zribi. Mittlerweile umfasse das Orga-Team rund 15 Schüler der EKG und des Marktgymnasiums. Ferner verfügen die Bünder Klima-Aktivisten sogar über einen eigenen Raum, in dem sie sich regelmäßig treffen und ihre Aktion vorbereiten und planen.

Zusätzlicher Aufwind verleihe den jungen Menschen dabei das Deutschland-Ergebnis der jüngsten Europawahl. »Dass die Grünen so gut abgeschnitten haben, zeigt, dass die Leute das Thema Klimawandel endlich ernst nehmen. Sie sehen ein, dass sich was ändern muss«, sagt der 16-Jährige.

Auch vor Ort sei seit den ersten Klima-Demos in der Elsestadt im Frühjahr viel passiert. Die Schüler seien von der FDP-Fraktion und den Grünen zu Diskussionsrunden eingeladen worden. Es habe ein konstruktiver Austausch stattgefunden und die Politiker hätten sich den Ideen der Schüler angenommen. »Wir fühlen uns endlich ernst genommen. Ich würde mich auch freuen, wenn am Freitag viele Kommunalpolitiker zu unserer Demo kommen würden«, sagt Zribi.

Auch Politiker sind willkommen

Der EKG-Schüler kündigt an, dass es bei der Aktion vor dem Rathaus dieses Mal auch ein kleines Rahmenprogramm geben wird. Es sollen Reden gehalten und verschiedene Workshops angeboten werden – unter anderem zu den Themen CO2-Verbrauch und Massentierhaltung. »Außerdem können die Teilnehmer auch vor Ort Plakate erstellen«, sagt Zribi. Generell liege es den Jugendlichen am Herzen, darüber aufzuklären, »warum wir hier protestieren«, so der 16-Jährige.

Er betont, dass es bei den Lehrern an seiner Schule einige gebe, die den Einsatz der Schüler unterstützen: »Andere versuchen aber auch, die Aktion schlechtzureden. Die sagen: ›Das ist doch alles Blödsinn‹.« Doch davon wollen sich der Zehntklässler und seine Mitstreiter nicht beeindrucken lassen. Auch nicht von den unentschuldigten Fehlstunden, die für die Demo-Teilnahmen wohl auf ihren Zeugnissen zum Schuljahresende vermerkt werden. »Das ist es uns wert. Es geht schließlich um unsere Zukunft«, zeigt sich Ayman Zribi entschlossen.

Kommentare

Valentina  wrote: 04.06.2019 22:45
Klimawandel
Tolle Aktion die alle unterstützen sollten.
Die Schüler übernehmen Verantwortung für Ihre Zukunft, manche Politiker können sich daran ein Beispiel nehmen
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