Greyhound’s Washboard Band bringt den Blues nach Rödinghausen
Mit Waschbrett und Schneebesen zum Rhythmus

Rödinghausen (WB). Resonatorgitarre und Texte über alltägliche Probleme: Beim Kulturfrühstück am Sonntag spielte Greyhound’s Washboard Band im Haus des Gastes den Blues.

Montag, 06.05.2019, 19:00 Uhr
Die Greyhound’s Washboard Band ist nach Greyhound George (rechts) und dem originellen Instrument seines Kollegen Wolfgang Voss benannt: Zentraler Bestandteil dessen Schlagzeugs ist – in der Tradition der frühen Bluesmusiker – ein Waschbrett. Foto: Brings

Der als »Greyhound George« bekannte Bluesmusiker Jürgen Schildmann hatte Wolfgang »Waschbrett Wolf« Voss als Verstärkung mitgebracht. Den Spitznamen verdankt Voss seinen Instrumenten: Als Percussionist unterstützt er Greyhound Georges Gitarrenspiel auf selbstgebauten Rhythmusinstrumenten, die er teilweise aus Haushaltsgeräten zusammengebastelt hat.

Mit Fingerhüten gespielt

Zentrales Element ist dabei ein umfunktioniertes Waschbrett, dass er mit Fingerhüten spielt – ganz in der Tradition der ersten Bluesmusiker, die sich auf der Straße unter Zuhilfenahme aller ihnen verfügbaren Mittel Gehör verschafften. Zwischenzeitlich griff Voss zu Schneebesen oder schrubbte auf seiner ebenfalls aus gewelltem Blech bestehenden Krawatte.

Eine Bassdrum aus dem Jahr 1917 sowie verschiedene kleine Trommeln und Effekte komplettierten sein Instrumentarium, dass er den Zuhörern im Haus des Gastes in Rödinghausen vorstellte. »Mein Fahrrad hat jetzt zum Beispiel keine Klingel mehr«, sagte er, klingelte und griff nach einer am Waschbrett montierten Hupe. »Mein Oldtimer übrigens auch nicht.«

Resonatorgitarre aus Blech

Natürlich durften auch einige Solo-Einlagen auf dem originellen Instrument nicht fehlen. Die meiste Zeit begleitete Voss Greyhound George jedoch mit klassischen Schlagzeug-Rhythmen und ließ viel Raum für die Alltags-Geschichten der Blues-Songs und Schildmanns virtuoses Gitarrenspiel. Der Musiker spielte unter anderem eine Resonatorgitarre aus Blech, die vor der Erfindung der E-Gitarre für eine größere Lautstärke benutzt wurde. Eine klassische Technik des Blues, das Slide-Gitarrenspiel, durfte auch nicht fehlen: »Das hier war mal eine Rotweinflasche, jetzt ist es ein Musikinstrument«, erklärte Greyhound George und hielt ein über den Finger gestülptes Glasröhrchen hoch, mit dem er auf den Saiten der Gitarre auf- und abglitt.

Highway in Gütersloh

Bei so viel Authentizität verwundert es nicht, dass die Washboard Band im letzten Jahr Finalist der International Blues Challenge in Memphis war. Dafür reisten die Musiker in die Heimat des Blues ins Mississippi-Delta und fuhren auf dem legendären »Blues Trail« Highway 61, den sie in Rödinghausen mit dem Klassiker »That 61 Highway is the longest road I know« von Fred McDowell besangen. »Und er hatte Recht«, grinste Greyhound George: »Der Highway kommt sogar bei mir in Gütersloh vorbei – als B 61.«

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