Gewerkschaften, Vereine und Parteien demonstrieren am 1. Mai »Europa muss gerechter werden«

Bünde  (WB). Wahlplakate pflastern die Innenstadt, die Europawahl ist momentan das allgegenwärtige Thema. Auch die Mai-Kundgebung in Bünde stand unter dem Motto »Europa. Jetzt aber richtig«.

Von Joschka Brings
Lautstark lief der Demonstrationszug die ansonsten menschenleere Eschstraße in Richtung der Kundgebung am Rathaus entlang. Für besondere Akzente sorgten dabei die Trommler der Sambagruppe vom Wittekindshof.
Lautstark lief der Demonstrationszug die ansonsten menschenleere Eschstraße in Richtung der Kundgebung am Rathaus entlang. Für besondere Akzente sorgten dabei die Trommler der Sambagruppe vom Wittekindshof. Foto: Joschka Brings

Eingeladen hatten die Aleviten-Gemeinde Bünde, der DGB, der Verein International, die Villa und die Initiative 9. November.

Morgens setzte sich der Demonstrationszug auf dem Marktplatz in Bewegung und zog durch die Eschstraße zum Kundgebungsort auf dem Rathausplatz. Für besonders lautstarke Unterstützung sorgte dabei die Sambagruppe des Wittekindshofes. Auf dem Rathausplatz begrüßte Siegbert Ruppel vom DGB-Kreisverband die Teilnehmer und machte klar, für was an diesem Tag der Arbeit besonders demonstriert wurde. »Europa muss sozialer, solidarischer, gerechter, ökologischer und friedlicher werden«, forderte er.

Errungenschaft der Europäischen Union

Der stellvertretende Bürgermeister Ulf Dreyer erinnerte in seinem Grußwort an eine zentrale Errungenschaft der Europäischen Union: »In Europa ist es gelungen, die Zeiten des Nationalismus zu überwinden.« Die Folge seien ein über 70 Jahre währender Frieden, der durch rechte Tendenzen in allen Mitgliedsstaaten in Gefahr sei. »Wehret den Anfängen!«

Professor Andreas Fisahn von der Uni Bielefeld bewertete in seiner Rede die Einigkeit und Friedfertigkeit Europas etwas anders. »Die EU-Staaten können sich nur auf eines einigen: Die EU müsse militärisch schlagkräftiger werden.« Der Juraprofessor teilte kräftig aus: Nicht nur die »Halbnazis von AfD und Pegida«, die Bundesregierung oder die Deutsche Bank, auch die Grünen, Christian Lindner oder die anwesenden Sozialdemokraten bekamen ihr Fett weg.

Fisahns Tenor ist klar antikapitalistisch, er polemisiert pointiert. »Der Markt ist asozial, undemokratisch und zerstört die Umwelt.« Dennoch werde der Kapitalismus noch immer wie eine Religion verehrt. Siegbert Ruppel bedankte sich im Anschluss für die Rede des Bielefelder Professors, der nach fünf Jahren wieder Mairedner in Bünde war. »Ich glaube, Du hast vielen auf dem Platz aus dem Herzen gesprochen.«

Neben »Ella and Friends«, die Lieder wie »Bella Ciao« oder »Blowin’ in the Wind« sangen, rundeten zwei weitere Redebeiträge das Programm zwischen Infoständen und Essensbuden der Aleviten-Gemeinde ab. Ralf Burnicki regte mit einem philosophischen Exkurs zum kritischen Denken an, bevor die beiden Schüler Emma Rohwetter und Ayman Zribi von »Fridays for Future« mit einem bewegenden Appell zur nächsten Demo am 24. Mai einluden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6581309?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F