Zuckersammler-Klub organisiert Treffen in der Bünder »Blumenoase«
Tütchen als begehrte Tauschobjekte

Bünde (WB). Was dem einen die Briefmarke oder die Yu-Gi-Oh-Karte ist, ist dem anderen das Zuckerbriefchen. Eine kleine, aber rege Szene von Sammlern aus ganz Europa trifft sich regelmäßig zu Tauschtagen. Am Samstag beispielsweise in Bünde.

Montag, 08.04.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 15:04 Uhr
Zuckerbriefchen in allen Formen, Farben und Altersstufen konnten begutachtet und untereinander getauscht werden. Foto: Raphael Steffen

Ausrichter war der Zuckersammler-Klub Deutschlands und Freunde (DZDF). Mitglied Kirsten Wickenkamp lebt in der Elsestadt und hat bereits früher Tauschtage in Bünde und Umgebung organisiert: 2013 traf man sich im Waldschlösschen in Hunnebrock, 2014 im Rahmen des Kreisgeschichtsfests in Rödinghausen im Haus des Gastes. Für die dritte Auflage hatte der Klub am Samstagvormittag die »Blumenoase« des Angelvereins angemietet.

»Wir hatten 20 Anmeldungen von Sammlern europaweit«, erzählte Wickenkamp. Die Zuckerfreunde kamen aus den Niederlanden, Tschechien, allen Teilen Deutschlands sowieso. Jeder brachte einen Haufen fein säuberlich geordneter Zuckertütchen mit, dann wurde eifrig getauscht. »Das Schöne am Hobby ist: Es kostet nur Anreise und Übernachtung«, so Wickenkamp. Die Zuckerwürfel könnten in jedem Café eingesteckt werden. Früher waren viele Menschen auf diese Weise automatisch, quasi unbewusst, Zuckersammler. Heute haben einige daraus einen Zeitvertreib gemacht.

Irgendeinen Tick hat jeder.

Sammlerin Christiane Mohn

Christiane Mohn, die am Samstag aus Hannover nach Bünde reiste, kam wie viele eher zufällig zu ihrem ausgefallenen Hobby. »Irgendeinen Tick hat jeder«, sagte sie und erläuterte die Prinzipien, nach denen man sammeln kann: »Immer wieder werden von den Herstellern Serien herausgegeben – die versucht man natürlich komplett zu bekommen. Andere sammeln nur private Ausgaben deutscher oder ausländischer Cafés. Sehr beliebt sind Zuckertüten von Airlines oder Bahnhöfen«, weiß Christiane Mohn.

Heutzutage haben kleine Cafés häufig nur noch Standardsticks, die in Masse produziert und verkauft werden. Dafür vertreiben Automarken Zuckertüten mit Werbeaufdrucken. Den Wert eines Sammelobjekts aber macht natürlich die Seltenheit aus. Jeder habe sein eigenes Sammelsystem, sagte Christiane Mohn. Auch Kataloge informieren regelmäßig über Neuheiten. Mohn: »Die persönlichen Sammelgebiete sind entscheidend.«

Das Treffen in Bünde soll nicht das Letzte seiner Art gewesen sein. Vielleicht sehen sich Wickenkamp und Mohn nächstes Jahr in Hildesheim oder Dresden wieder. Es gehe immer auch um das gesellige Beisammensein – Samstag schloss sich für alle Sammler ein gemeinsames Mittagessen an die Tauschbörse an.

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