Jungvögel in enger Gasse gefunden – Forderung nach Taubenschlag
Küken vor dem Tod bewahrt

Bünde  (WB). Nachdem sie mit ihren Mitstreitern mehrere verwahrloste Vogelküken aus einer Gasse in der Bünder Innenstadt gerettet hat, erneuert Tanja Bültermann ihre Forderung nach einem betreuten Taubenschlag in der Stadt.

Samstag, 06.04.2019, 05:01 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 05:10 Uhr
Die acht geretteten Küken werden derzeit von Tanja Bültermann von der Bünder Stadttaubenhilfe aufgepäppelt. Sie und ihre Mitstreiter fanden die Tiere in einer Gasse an der Eschstraße – inmitten ihrer bereits verendeten Geschwister. Foto: Tanja Bültermann

»Wir waren entsetzt, als wir die Gasse an der Eschstraße vor knapp einer Woche betreten haben«, sagt die Vorsitzende der Bünder Stadttaubenhilfe. Sie fährt fort: »Zwischen ihren 10 bis 15 toten Geschwistern und Unrat saßen dort acht Küken, zum Teil mit schweren Verletzungen.«

Viele Hochzeitstauben

Auffällig sei die Anzahl der vielen Hochzeittauben gewesen, die meisten der Tiere waren nämlich weiß. Da die Zustände in der Gasse laut Bültermann »einfach grausam« gewesen seien und die Küken in keinem guten Zustand waren, hätten sich die Tierschützer entschlossen, alle acht noch lebenden Täubchen zu sichern und keines zurückzulassen.

Rettung mit Hindernissen

Kein einfaches Unterfangen, wie sich rasch herausstellen sollte: »Denn zwei Küken hatten sich in einem nicht sehr breiten Mauerspalt zurückgezogen.« Mit einem Kescher konnte Bültermann die Tiere nicht erreichen. Letztlich habe sie sich daher in die Engstelle »gequetscht« und die Tauben mit der Hand erreichen können. »Sicher nicht die sanfteste Art. Aber zurücklassen war definitiv keine Option und sie haben es schadlos überstanden«, so die Tierfreundin.

Bültermann erklärt: »Die Küken werden nun bei uns großgezogen, aufgepäppelt und natürlich medizinisch versorgt. Die Eier in den Nestern wurden von uns gegen Attrappen ausgetauscht.« In regelmäßigen Abständen will sie mit ihrem Team wieder die Gasse aufsuchen: »Damit in diesem Loch nie wieder ein Taubenkind groß werden muss. Ebenfalls werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten dort etwas für Sauberkeit sorgen.«

Sie bittet die Bürger, ihr solche Brutstätten in der Innenstadt zu melden, denn »das sind einfach keine Zustände – weder für die Tiere noch für die Anwohner«, ist Tanja Bültermann überzeugt.

Standort für Taubenschlag gesucht

Die Vorsitzende der Stadttaubenhilfe appelliert zudem, ihr mögliche Standorte für einen betreuten Taubenschlag in Innenstadtnähe zu melden. »Wir brauchen nur einen Standort. Um die Versorgung und alles andere kümmern wir uns«, verspricht sie.

Über Unterstützung würden sich die Tierfreunde auch bei der Begleichung der Tierarztkosten freuen, auf denen sonst die Stadttaubenhilfe und der Herforder Tierschutzverein sitzen bleiben würden. Für die Behandlung der Küken und des angeschossenen Taubenmännchens »Felix« würden rund 209 Euro fällig. Wer sich mit einer Spende beteiligen möchte, kann sich an den Tierschutzverein wenden.

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