Feldbegehung in Quernheim: Landwirte hoffen auf ausreichend Regen
»In der Tiefe ist es knochentrocken«

Bünde/Kirchlengern (WB). Ein Sommer, den man fast schon Dürre nennen konnte, ein November, der viel zu warm war, und ein regenreicher Dezember – das Wetter meinte es im vergangenen Jahr nicht wirklich gut mit den heimischen Landwirten. Und jetzt noch die verschärfte Düngeverordnung. Bei der Feldbegehung der Landwirte aus Bünde und Kirchlengern waren das die beherrschenden Themen.

Sonntag, 07.04.2019, 06:53 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 07:00 Uhr
Bernd Weitkamp, Karl-Heinz Uthoff und Pflanzenschutzberater Dirk Höke (von links) begutachten den Raps in Quernheim. Etwa 20 Landwirte aus Bünde und Kirchlengern nahmen an der Feldbegehung der landwirtschaftlichen Ortsverbände teil. Foto: Hilko Raske

Wie in den Jahren zuvor trafen sich die Landwirte auf dem Hof von Bernd Weitkamp im Kirchlengeraner Ortsteil Quernheim. Als Vertreter der Landwirtschaftskammer war auch Pflanzenschutzberater Dirk Höke zugegen. Als problematisch bezeichnete Höke die Achterbahnfahrt der Temperaturen in den ersten Monaten dieses Jahres. »Das ging rauf und runter. An einem Tag hatten wir fast 20 Grad, einen Tag später dann 5 bis 6 Grad. Darauf können sich die Kulturen schlecht einstellten. Erst wird die Natur angeschoben, dann wieder ausgebremst«, so Höke.

Weniger Erträge wegen Trockenheit

Als nachteilig habe es sich ausgewirkt, dass es bis in den vergangenen November hinein warm und trocken gewesen sei. Dadurch habe es bis in die Tiefe hinein Mineralisationsprozesse gegeben. Das Ergebnis: Der Stickstoffgehalt im Boden sei auch im Frühjahr sehr hoch. Dazu beigetragen hätten noch weitere Faktoren. So habe es im vergangenen Jahr aufgrund der Trockenheit weniger Erträge gegeben.

»Die gepflanzten Kulturen haben somit auch weniger Nährstoff, also Stickstoff, aus dem Boden gezogen.« Und die Tatsache, dass bis in den Winter hinein zu wenige Niederschläge verzeichnet werden konnten, habe zu einer Nährstoffkonzentration geführt. »Bis in eine Tiefe von 90 Zentimeter muss der Stickstoffgehalt von den Landwirten in Anrechnung gebracht werden. Aufgrund ihrer Wurzeltiefe kommen die Aussaaten aber noch nicht an die Nährstoffe heran.«

Tiefer Grundwasserstand

Wenn es derzeit auch viel regne, so seien die tieferen Bodenschichten knochentrocken. »Aktuell ist der Grundwasserstand ein Meter tiefer als normal.« Das könne zum Problem werden, wenn es im Mai und Juni nicht ausreichend Niederschläge gebe.

Gute Aussichten gebe es beim Raps, stellte Höke bei der Feldbegehung fest. »Der ist tipptopp gewachsen, weist keine Frostrisse auf. Im Gegensatz zu den letzten drei bis vier Jahren könnte 2019 für Raps eigentlich ein gutes Jahr werden«, meinte der Fachmann. Vorausgesetzt natürlich, es komme nicht noch zu einem plötzlichen Kälteeinbruch. »Für den Raps wäre eine gleichmäßige Temperaturphase mit ausreichend Regen ideal.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521366?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Vergewaltigung im Krankenhaus: Anzeige gegen Chefarzt
Eine der vergewaltigten Frauen fand eine Flasche eines Narkosemittels in ihrem Bett und machte ein Foto davon. Foto: Christian Althoff
Nachrichten-Ticker