Fachbüro empfiehlt Konzentration auf bestimmte Areale
Bündes Friedhöfe sind zu groß

Bünde  (WB). Hat Bünde zu viel Friedhofsflächen? Dieser Frage ist das Planungsbüro PlanRat (Kassel) nachgegangen und hat die beiden größten Bünder Friedhöfe, die Friedhöfe Ennigloh II (Holtackerweg) und Feldmark, unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist nun im zuständigen Hauptausschuss vorgestellt worden.

Mittwoch, 03.04.2019, 04:01 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 11:12 Uhr
Der Feldmarkfriedhof in Richtung Herforder Straße: Nach Einschätzung eines Fachbüros gibt es zu viel nicht genutzte Flächen auf den Bünder Friedhöfen. Foto: Hilko Raske

68.400 Quadratmeter ist der Feldmarkfriedhof groß. Damit bringt er es auf 22 Prozent der Gesamt-Friedhofsflächen in Bünde. Immerhin noch 51.200 Quadratmeter weist der Friedhof am Holtackerweg auf (17 Prozent der Gesamt-Friedhofsfläche).

Bei der genauen Betrachtung der Nutzung konnte das Kasseler Planungsbüro interessante Zahlen präsentieren. So sind 18.000 Quadratmeter Fläche auf beiden Friedhöfen zusammen nie belegt gewesen. Und es gibt 24.000 Quadratmeter kleinteilige freie Flächen im Bestand (sogenannte »Zahnlücken in den Grabreihen«) und 3300 Quadratmeter bereits vorhandene Grabflächen, die wieder frei geworden sind.

Was die Zahl der Bestattungen betrifft, gehen die Experten von leicht steigenden Zahlen bis 2030 aus. Grund: Die Einwohnerzahl der Stadt Bünde dürfte in den kommenden Jahren zunehmen. Konkret bedeutet das: Statt derzeit 126 Bestattungen auf dem Feldmarkfriedhof werden für das Jahr 2030 136 prognostiziert, für Ennigloh sagt das Kasseler Büro für 2030 95 Bestattungen voraus (2018: 86).

Trend geht zur Urnenbestattung

Das bedeute allerdings nicht, dass mehr Friedhofsfläche benötigt werde. Im Gegenteil. Dadurch, dass Urnenbestattungen immer populärer werden (Feldmark: aktuell 60 Prozent Urnenbestattungen, Ennigloh II: 55 Prozent), sei davon auszugehen, dass der Flächenbedarf sinke. Vier Urnenbestattungen benötigten immerhin nur den Platz einer konventionellen Erdbestattung.

Das Planungsbüro empfiehlt nicht zuletzt deshalb, auf den Flächen, die noch nie oder nur teilweise belegt seien, keine weiteren Bestattungen vorzunehmen, sondern sich stattdessen auf einige Bereiche des Friedhofs konzentrieren und vorhandene kleinteilige Lücken zu schließen. Sowohl auf dem Feldmarkfriedhof als auch auf Ennigloh II wäre das ein Rückzug auf den nordöstlichen Bereich. Aufgrund der Belegungszeiten – die Benutzungsdauer beträgt in der Regel 30 Jahre – wäre das jedoch ein Rückzug, der sich über Jahrzehnte hinziehen würde.

Wie man mit den vielen anderen Friedhöfen – in Bünde gibt es insgesamt 14 – umgehen solle, wollte CDU-Ratsherr Heinz Georg Beneke wissen. »Der Flächenverbrauch sinkt aufgrund sich verändernder Bestattungsformen. Wir müssen also ein umfassendes Konzept haben, das auch berücksichtigt, wie Friedhöfe in 30 Jahren aussehen sollen«, so der Christdemokrat.

Manche Bestattungsformen nur zentral

Bündes Erster Beigeordneter Günther Berg wies in diesem Zusammenhang darauf, dass es Sinn mache, einige Bestattungsformen nur zentral und nicht auf allen Friedhöfen gleichzeitig anzubieten. Berg nannte in diesem Zusammenhang eine denkbare Friedwaldbestattung im Stadtteil Randringhausen.

Um zu sehen, welche zusätzlichen Bestattungsarten sich für die beiden größten Friedhöfe eignen, beschloss der Ausschuss einstimmig, dass Kasseler Planungsbüro damit zu beauftragen, eine entsprechende Auswertung (Modul II) vorzunehmen. Die Kosten dafür wurden auf etwa 9000 Euro beziffert.

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