»Lukas«-Belegschaft von Weggang überrascht – von der Mühlen tritt Nachfolge an
Krankenhaus-Chef geht nach Münster

Bünde (WB). Überraschende Personalie am Lukas-Krankenhaus: Geschäftsführer Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei (59) wechselt ab Mai zu einem Klinikverbund in Münster. Er übernimmt dort die leitende Funktion als Medizinischer Direktor. Seine Nachfolge in Bünde tritt Roland von der Mühlen an.

Donnerstag, 07.03.2019, 08:46 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 09:58 Uhr
Beim Lukas-Krankenhaus (etwa 630 Mitarbeiter) steht in der Chefetage zum Mai ein Führungswechsel an. Foto: Jan Gruhn

Der 46-jährige Diplom-Kaufmann, bisher Sorgenfreis Stellvertreter, wird somit als alleiniger Geschäftsführer die Leitung der Lukas-Krankenhaus Bünde gGmbH übernehmen. Zugleich tritt er in die Geschäftsführung des evangelischen Krankenhauses in Enger ein, das ebenfalls zum »Lukas« gehört.

Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei

Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei Foto: Lukas-Krankenhaus

Weiterhin soll Dr. Steffen Krummbein, langjähriger Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, neben seiner ärztlichen Tätigkeit in einer neu geschaffenen Funktion eines geschäftsführenden Klinikdirektors in der Geschäftsleitung tätig sein.

Als solcher werde er sich zukünftig federführend mit der Weiterentwicklung der medizinischen Qualität im Lukas-Krankenhaus und der noch engeren Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten in der Region befassen.

Belegschaft per Mitteilung informiert

Roland von der Mühlen

Roland von der Mühlen Foto: Lukas-Krankenhaus

Nach Informationen dieser Zeitung war über Sorgenfreis geplanten Weggang in der Belegschaft eines der größten Arbeitgeber in Bünde – das Krankenhaus beschäftigt rund 630 Mitarbeiter – bislang nichts bekannt. Für die Angestellten sei der Wechsel daher überraschend gekommen, heißt es. Per Mitteilung hatten sie am Mittwoch von der Personalie erfahren.

Wie das Lukas-Krankenhaus mitteilte, hatte der scheidende Geschäftsführer um Auflösung seines Dienstvertrages gebeten, »um sich beruflich verändern zu können«. »Bei Dr. Sorgenfrei hatte sich herauskristallisiert, dass er seinen Schwerpunkt eher im ärztlichen Bereich sieht. Auch in seiner Funktion als Geschäftsführer hatte er nebenher immer noch neurologische Konsile durchgeführt«, so Roland von der Mühlen auf Anfrage.

Seit Ende 2013 am »Lukas«

Bereits seit Ende vergangenen Jahres sei bekannt gewesen, dass sich Sorgenfrei wieder mehr auf ein ärztliches Tätigkeitsfeld konzentrieren wolle. Mit der Verkündung vom angestrebten Wechsel des Klinik-Chefs habe man warten wollen, bis eine Nachfolgeregelung gefunden worden sei.

Der 59-jährige Arzt und Krankenhausbetriebswirt war Ende 2013 als Nachfolger von Wolfgang Rediker ans Lukas-Krankenhaus gekommen, bildete zunächst gemeinsam mit Dr. Stefan Kerst eine Vorstandsdoppelspitze. Nach der Umwandlung der Gesellschaftsform der Klinik von einem Verein in eine gemeinnützige GmbH fungierte Sorgenfrei als Geschäftsführer.

Landrat hat Verständnis für neue Herausforderung

Kommentar

Seit mehr als fünf Jahren hatte Hans-Ulrich Sorgenfrei das Bünder Bettenhaus geleitet. Da auch die Belegschaft im Vorfeld nichts von dem anstehenden Wechsel mitbekommen hat, darf der Weggang mit Fug und Recht als überraschend bezeichnet werden.

Zwar liegt die Vermutung nah, dass durch die zeitliche Nähe ein Zusammenhang mit der Minderheitsbeteiligung des Kreises bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben könnte. Dem Vernehmen nach soll das allerdings nicht so sein. Fest steht, dass mit Roland von der Mühlen ein passender Nachfolger als Krankenhaus-Chef bereit steht, der aus den eigenen Reihen kommt und das »Lukas« bestens kennt. Ein reibungsloser Übergang, der nur im Sinne der Angestellten und der Patienten sein kann, dürfte daher sichergestellt sein.

...

Laut der Mitteilung des Krankenhauses bedauere die Lukas-Gesellschafterversammlung Sorgenfreis Entscheidung, wolle ihm bei »seiner beruflichen Entwicklung aber nicht im Wege stehen.

»In den mehr als fünf Jahren seiner engagierten Tätigkeit haben wir gemeinsam wichtige, nicht immer einfache, strukturelle, personelle, bauliche und für die medizinische Weiterentwicklung der Klinik bedeutsame Meilensteine vorbereitet und umgesetzt«, erklärt Dr. Heinz Georg Beneke, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Dabei nennt er unter anderem den Einstieg des Kreises Herford als Minderheitsgesellschafter am Krankenhaus seit Anfang des Jahres.

»Ich bedauere, dass Dr. Sorgenfrei das Lukas-Krankenhaus verlässt. Ich kann aber gut verstehen, dass er nun die Früchte seiner Arbeit erntet und eine neue Herausforderung in Münster annimmt. In Bünde hat er sich als ein kompetenter und in die Zukunft blickender Experte etabliert. Vor allem in den letzten Monaten haben wir – gemeinsam mit seinem Nachfolger Roland von der Mühlen – eng und konstruktiv zusammen gearbeitet«, bezieht Landrat Jürgen Müller Stellung zum Wechsel an der Spitze der Bünder Klinik.

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