Tino Bomelino bereitet dem Bünder Universum-Publikum viel Spaß
Der Comedy-Anarcho

Bünde (WB). Der Name Tino Bomelino dürfte noch nicht jedem ein Begriff sein. Was zum einen daran liegt, dass der 32-Jährige erst seit zwei Jahren größere Auftritte absolviert. Und zum anderen daran, dass es schwerfällt, ihn einzuordnen.

Sonntag, 03.03.2019, 21:48 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 22:00 Uhr
Tino Bomelino braucht nicht viel, um für gute Stimmung zu sorgen. Foto: Winzler

Comedian? Komiker? Kabarettist? Irgendwie passt jede dieser Bezeichnungen zu Tino Bomelino, und zugleich auch keine. Er sorgt jedenfalls für gute Laune. Ohne dass man sagen könnte, wie er das schafft. Das Publikum im halbvollen Universum – der Altersschnitt ist niedriger als gewöhnlich – hat am Samstagabend seinen Spaß.

Mit einem Bagger kann man überall parken

Nachdem Intendant Dirk Kaiser den Newcomer angekündigt hat, passiert erstmal nichts. Das heißt: Eine Power-Point-Präsentation läuft an. Bomelino, das wird er sagen, als er dann später doch noch auf die Bühne kommt, mag Präsentationen. Also fragt er lieber schriftlich an, ob es denn okay wäre, wenn er jetzt rauskomme. Es braucht eine Weile, bis die Besucher ihn endlich hervorlocken können.

In den nächsten beiden Stunden wird Bomelino singen, dichten, durch die Reihen laufen und einen völlig sinnlosen Witz an den nächsten reihen. Ohne dabei eine Miene zu verziehen. Ein freundlicher, zurückhaltender junger Mann. Er singt einen Song über Temperatur – ungemein wichtiges Thema. Er zeigt lustige Tiervideos. Stellt Fragen, die an die Existenz des menschlichen Lebens rühren – wie man einen Menschen umarmt, der einen Rucksack trägt. Oder teilt dem Publikum mit, dass er überlege, einen Bagger zu kaufen – weil man damit überall parken könne.

»Ich will, dass ihr mich cool findet«

Man kann wirklich nicht sagen, woher es kommt, dass dieser anarchische, zusammenhanglose Humor so viel Spaß macht. Bomelinos Programm trägt den Titel: »Man muss die Dinge nur zu Ende...«. Ein raffinierter Satz, der konsequentes Denken und Disziplin durch sich selbst ad absurdum führt. Was dahinter steckt? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weiß es Bomelino selber nicht.

Immerhin hat er nützliche Tipps parat. So verrät er dem Publikum seine Tricks, um Gespräche zu vermeiden. Oder wie man eine »Loop Station« programmiert, um Telefonate mit den Eltern abzuwickeln: »Hm. Ja. Interessant. Hm. Ja. Interessant. Hm. Ja…« Bomelino, so viel wird deutlich, mag keinen Smalltalk. Oder generell Gespräche. Für nützliche Infos gibt es schließlich Präsentationen.

»Ich will erreichen, dass ihr mich cool findet«, sagt er zu Beginn seines Auftritts. Dieses Ziel erreicht Bomelino mühelos. Wie auch immer.

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