Kabarettist Jörg Knör amüsiert mit seiner »Jahr-100-Show« das Bünder Publikum
Nostalgische Zeitreise auf der Universum-Bühne

Bünde (WB). Premiere in Bünde: Jörg Knörs »Jahr-100-Show«, die am Donnerstagabend im Universum erstmals zu sehen war, wurde zu einer nostalgischen Zeitreise für alle, die mit dem Kabarettisten älter geworden sind.

Freitag, 01.03.2019, 17:19 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 17:22 Uhr
Wenn der gebürtige Wuppertaler und Wahl-Hamburger Jörg Knör nach Bünde kommt, dann »ist das wie ein Wiederkommen in die Heimat«. Sagt er selbst – und verlegte deshalb die Premiere der »Jahr-100-Show« in die Elsestadt. Foto: Raphael Steffen

2019 stehen für Knör zwei runde Geburtstage an: Zum einen wird er im Juli 60 Jahre alt, zum anderen steht er seit unfassbaren 40 Jahren auf der Bühne. Oder, wie er selbst sagt: »40 Jahre auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und 60 Jahren auf dem Boden der Tatsachen.« Mehrere Stunden lang singt, deklamiert, parodiert und imitiert der Künstler – eine Zeitreise durch die alte Bundesrepublik, die bei manchem Wehmut aufkommen lässt.

Ein unterhaltsamer Abend

Schon der Beginn: Ein flackernder Bildschirm, die Eurovisionsfanfare. Schwarzweißfotos aus der Kindheit in Wuppertal, vergilbte Erinnerungen an die ersten Schritte im Showbusiness, damals in den Siebzigern und Achtzigern. Eins will Knör aber klarstellen: Nein, früher war nicht alles besser.

Es wird ein humorvoller, unterhaltsamer Abend. Nicht, dass sich Schenkelklopfer an Schenkelklopfer reihen würde; mancher Witz wirkt sogar etwas bemüht (»Für mich war die Festplatte noch ein kaltes Buffet«). Aber Jörg Knör bereitet sich und seinem Publikum so manches Lächeln und viele schöne Erinnerungen. Zwischendurch schicken alte Weggefährten wie Mike Krüger per Video Grußbotschaften.

Beeindruckend nach wie vor sein Talent, Stimmen zu imitieren. Er mag auf der Bühne nicht ständig die Maske wechseln können, wie früher in seinen Fernsehshows, aber wenn er der Mund aufmacht und der Zuhörer die Augen schließt, stehen sie vor ihm, als wären sie noch unter uns: Heinz Erhardt und Peter Alexander, Willy Brandt und Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Helmut Schmidt. Knör hat ihre Stimmen früher auf der Schultoilette eingeübt. Wegen des Halls. Der macht es authentischer.

Auch Dieter Bohlen im Repertoire

Dabei bleibt es nicht. Jörg Knör hat auch Gerhard Schröder oder Dieter Bohlen im Repertoire. Aber bei den Alten ist er immer noch am besten. »Ich bin schon Retro«, bekennt er einmal. Das macht ihn mindestens so sympathisch wie das Premierenfieber und der ein oder andere Schnitzer, der ihm in seinem neuen Programm unterläuft.

Es geht dann noch lange so weiter, ein rundum gelungener Abend also. Das tröstet darüber hinweg, dass ein Rückblick immer vor Augen führt, wie schnell die Zeit verrinnt.

Und dass es da draußen inzwischen so viele junge Menschen gibt, die die Namen Peter Frankenfeld oder Rudi Carrell noch nie gehört haben.

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