Feuerwehr befreit drei Erwachsene und ein Baby aus Kabine – DB legt Anlage vorerst still
Bünder Bahnhofsaufzug bleibt erneut stecken

Bünde (WB). Das gibt’s doch gar nicht: Gleich zwei Mal ist einer der beiden Aufzüge an den Bünder Bahnsteigen am Mittwoch stecken geblieben. Die Feuerwehr musste vier Personen aus der Passagierkabine befreien – darunter ein Baby. Die Anlage ist nun vorerst gesperrt.

Mittwoch, 27.02.2019, 20:55 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 21:00 Uhr
Der obere Eingang zum Lift an Gleis 2 wurde bereits mit einer Bake versperrt. Foto: Daniel Salmon

Bereits am Sonntag hatte ein Mann aus Löhne mit seiner Tochter (4) in demselben Fahrstuhl etwa eine Stunde lang festgesessen . Dabei waren die Lifts am Bahnhof erst in der vergangenen Woche mit mehrmonatiger Verzögerung in Betrieb gegangen .

Erster Einsatz um 9.45 Uhr

Zum ihrem ersten Einsatz am Mittwoch wurden die Mitarbeiter der Hauptamtlichen Feuerwache gegen 9.45 Uhr gerufen. »Der Lift an Gleis 2 steckte zwischen den beiden Geschossen fest«, erklärte Wachabteilungsleiter Michael Henseler gegenüber dieser Zeitung. Drei Erwachsene und ein Säugling waren in dem Lift gefangen.

Zwar konnten die Rettungskräfte die Außentür zum Aufzugschacht zunächst aufschieben. Sie konnten allerdings nicht den Schaltschrank öffnen, um die Anlage vom Strom zu trennen. »Wir haben uns daher zunächst überzeugt, dass es den Insassen gut geht, und dann einen Servicetechniker verständigt«, so Henseler. Dieser konnte den Fahrstuhl nach seinem Eintreffen zwar spannungsfrei schalten, laut dem Feuerwehrmann sei der Lift allerdings nicht – wie eigentlich vorgesehen – auf Notbetrieb umgesprungen. Henseler: »Und somit konnte wir die Kabine auch nicht absenken.«

40 Minuten gefangen

Beide Aufzüge zwischen Passagiertunnel und Bahnsteigen stehen vorerst still.

Beide Aufzüge zwischen Passagiertunnel und Bahnsteigen stehen vorerst still. Foto: Daniel Salmon

Weil die Einsatzkräfte nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen wollten, sicherten sie die Kabine mit Rüstholz ab. »So konnte sie sich nicht mehr bewegen. Wir haben dann die innere Lifttür geöffnet und die Insassen konnten mit unserer Unterstützung die Kabine wieder verlassen.« 40 Minuten hatte das Quartett bis dahin in dem Lift ausgeharrt.

Vor dem Abrücken empfahlen die Feuerwehrleute, die Fahrstühle zunächst still zu legen. Aber daraus wurde scheinbar nichts. Denn gegen 13.45 Uhr blieb der Fahrstuhl am Gleis 2 schon wieder stecken – dieses Mal mit fünf Passagieren an Bord. »Bei unserem Eintreffen lief er aber wieder. Die Leute hatten die Kabine schon verlassen.«

Bahn reagiert

Kommentar

Drei Mal innerhalb von nur vier Tagen blieb einer der neuen Lifts an den Bünder Bahnsteigen stecken. Zweimal musste die Feuerwehr eingesperrte Personen befreien. Mit dieser Bilanz hat sich die Deutsche Bahn – aber auch das von ihr beauftragte Service-Unternehmen – nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Vor allem wenn man bedenkt, wie lange es gedauert hat, bis die Fahrstühle überhaupt in Betrieb gingen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Lifts vor ihrer nächsten Publikumsfahrt ausgiebig getestet werden, damit sich die DB ein erneutes Fahrstuhl-Fiasko erspart. Daniel Salmon

...

Nach dem dritten Zwischenfall binnen weniger Tage, verschaffte sich nun auch Bündes Feuerwehrchef Rüdiger Meier am frühen Mittwochnachmittag einen Überblick über die Situation an den Bahnsteigen. »Zum Glück ist zwar nichts Dramatisches passiert. Aber wenn der Fahrstuhl zum dritten Mal binnen so kurzer Zeit feststeckt, spricht schon einiges dafür, dass die Technik nicht in Ordnung ist«, so Meier. Erneut empfahl er der Deutschen Bahn, die Anlage stillzulegen, bis die Fehler behoben und eine einwandfreie Funktionsfähigkeit der Fahrstühle gewährleistet seien. Und nach mehreren Telefonaten reagierte das Unternehmen schließlich.

Auf Anfrage erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn, dass der Hersteller der Aufzüge jetzt nach dem Fehler an der Anlage suchen solle. So lange dieser nicht gefunden sei, blieben die beiden Lifts an den Bünder Bahnsteigen bis auf Weiteres gesperrt.

Kommentare

Stefan  wrote: 28.02.2019 00:46
Ganz einfach...
.. die Fahrstuhlschächte während der Bauphase waren immer sehr oft mit Wasser gefüllt .. meines erachtens passt da was mit der Statik nicht. Beste Grüße an den Bautrupp. ;)
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