Stadt Bünde sucht Müllfrevler: Wer hat tonnenweise Abfall am Waldrand entsorgt?
»Das ist eine Riesenschweinerei!«

Bünde  (WB). Schutt, Steine, Häckselrückstände und sogar ein riesiger Berg aus alten Treckerreifen: Unbekannte haben in einem Wäldchen am Landwehrbach in Dünnerholz, unweit des Knickwegs, tonnenweise Abfall abgeladen. Die Stadt Bünde will nun wissen: Wer war das?

Freitag, 08.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 09:42 Uhr
Sabine Fipp ist 1,65 Meter groß, der Haufen mit alten Pkw- und Treckerreifen überragt sie bei weitem. Öfters entsorgen Unbekannte zum Ärger der Stadt ihren Müll in Bünder Wäldern. Aber das Ausmaß der wilden Deponie in Dünnerholz wird nicht erreicht. Foto: Daniel Salmon

»Das ist wirklich eine Riesenschweinerei – und natürlich verboten«, sagt Sabine Fipp. Die Mitarbeiterin des kommunalen Grünflächenamts steht am Rand des kleinen Tals, durch das sich das schmale Gewässer schlängelt. Links und rechts von ihr türmen sich die Abfallhaufen. Teilweise ist die Böschung am Bach unter dem Gewicht des abgelagerten Materials abgesackt. Über das Areal verteilt liegen Plastikfetzen. Und am Rande eines nahegelegenen Ackers hat jemand einen der Haufen, der einst möglicherweise zu großen Teilen aus Strauchschnitt bestanden hatte, einfach abgefackelt. Zurück blieb ein stinkender schwarzer Mischmasch aus Steinen, Asche, Erde, Sand – durchsetzt von diversen Metallteilen.

200 Kubikmeter Müll

Auf rund 200 Kubikmeter schätzt Fipp die Masse des Abfalls mittlerweile. Und das ist nur die Menge, die auf städtischem Grund liegt. Die übrige verschmutzte Fläche befindet sich in Privatbesitz. »Das geht schon seit mehreren Jahren, dass hier in großen Maßen Müll in die Landschaft gekippt wird«, sagt die Diplom-Ingenieurin.

2013 hatte die Stadt das Gebiet reinigen lassen, den Abfall abgefahren. »Das hat gut 2500 Euro gekostet. Wir haben dort dann einen Schutzstreifen aus heimischen Gehölzen angelegt.« Dieser sollte als Barriere zwischen Ackerflächen und Baumbestand und als Lebensraum für Kleintiere dienen.

Doch daraus wurde nichts. Laut Fipp war die Anpflanzung kaum sechs Monate später bereits plattgewalzt worden und von Unrat überlagert. Seither wächst der Müllberg am Waldrand stetig.

Entsorgung kostet mindestens 15.000 Euro

Doch nun soll damit Schluss sein. Die Stadt will den oder die Verursacher ermitteln, bittet dafür um Hinweise aus der Bevölkerung. »Wir wollen schließlich nicht auf den Kosten für die Entsorgung sitzen bleiben«, sagt Sabine Fipp. Sie schätzt, dass allein die Abfuhr der Ablagerungen auf dem Grundstück der Kommune bis zu 15.000 Euro kosten könnte. »Und wir wissen ja noch gar nicht, was für Material sich überhaupt in den großen Haufen verbirgt.«

Sollte ein Müllfrevler erwischt werden, würde er nicht nur für die Beseitigung seines Unrats zur Kasse gebeten, sondern müsste auch ein Bußgeld zahlen. Die Spanne reicht von 50 bis 1530 Euro, abhängig von der Menge des Mülls – und die ist ja bekanntlich gewaltig. Noch teurer wird’s, wenn die Polizei Ermittlungen wegen einer Straftat aufnehmen müsste. Das wäre der Fall, sollte sich Sondermüll in der wilden Abfalllagerstätte befinden.

Vom Trecker abgelegen

Die Stelle, an der der Unrat abgeladen wurde, ist übrigens nur über einen unebenen Wirtschaftsweg erreichbar. »Wahrscheinlich wurde der Müll daher mit einem Trecker oder Lastwagen dort abgeladen«, vermutet Sabine Fipp. In einem Haufen hat sie zudem jede Menge Rindenmulch, Erde und Schotter ausgemacht. Diese Rückstände könnten nach Ansicht der Diplom-Ingenieurin von der Sanierung eines Spielplatzes stammen: »Vielleicht kommt das ja jemandem bekannt vor und er kann uns einen Hinweis geben.«

Der städtische Bereich der illegalen Deponie soll demnächst mit einem Wildschutzzaun gesichert und zudem mit einer Wildkamera videoüberwacht werden.

Wer Hinweise auf den Verursacher des Mülls liefern kann, darf sich gerne bei Sabine Fipp unter Telefon 05223/161307 melden.

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