An der B239 steht der einzige stationäre Blitzer im Bünder Land
2249 teure Erinnerungsfotos

Bünde/Kirchlengern  (WB). 15 stationäre Radarfallen gibt’s im Kreis Herford. Aber nur eine befindet sich im Bünder Land – und zwar an der B239 in Kirchlengern. Im vergangenen Jahr machte die Blitzkiste von 2249 Rasern teure »Erinnerungsfotos«.

Donnerstag, 07.02.2019, 07:03 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 07:30 Uhr
2249 Fahrer tappten im vergangenen Jahr in die Radarfalle unter Brückenquerung der Fiemerstraße über die B239. Foto: Daniel Salmon

Eine satte Steigerung, wenn man die Vergleichszahlen aus 2017 heranzieht. »Damals löste der Blitzer insgesamt nur 1576 aus«, sagt Peter Diekmann, Leiter der Abteilung Verkehrsordnungswidrigkeiten und Fahrerlaubnisse im Straßenverkehrsamt des Kreises Herford.

Der Starenkasten am Ostring nimmt kurz vor der Abfahrt zur Fiemer Straße die Autofahrer ins Visier, die aus Richtung Lübbecke kommen. Auf dem Streckenabschnitt gilt Tempo 70. Allerdings gebe es eine gewisse Toleranzgeschwindigkeit, ab der die Radarfalle erst auslöse, wie Diekmann erklärt. »Wir sagen aber nicht, wie hoch die ist. Das haben wir mit der Polizei vereinbart«, so der Abteilungsleiter.

»Je schneller, desto teurer«

Autofahrer, die nur knapp über der Höchstgeschwindigkeit liegen und geblitzt werden, bekommen ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro aufgebrummt. Ab einer Geschwindigkeit von 21 km/h über dem erlaubten Wert winkt dann ein Bußgeld. Das kostet mindestens 70 Euro. Abhängig vom gefahrenen Tempo gilt somit – das dürfte allgemein bekannt sein – die Devise: »Je schneller, desto teurer«.

Was aber mancher nicht wissen mag: Lastwagenfahrer müssen bei den gleichen Geschwindigkeitsübertretungen mehr blechen als Autofahrer. Bedeutet im Fall des Kirchlengeraner Blitzers: Ein Brummifahrer, der zwischen 21 und 25 km/h zu flott ist, wird mit einem 90 Euro-Bußgeld bestraft – und einem Punkt in Flensburg.

Warum nur ein Blitzer?

Aber warum gibt es in Bünde, Rödinghausen und Kirchlengern nur einen einzigen fest installierten Starenkasten, wo es im benachbarten Enger gleich drei sind? »Für die Aufstellung eines stationären Blitzers müsste es gute Gründe geben«, erklärt Diekmann. Beispielsweise müsste es an einem bestimmten Streckenabschnitt eine vermehrte Unfallhäufigkeit geben, die auch mit der Zeit nicht nachlässt: »Und dann würden als erste Maßnahme erstmal Verkehrschilder aufgestellt.«

Erst wenn das nichts bringt, greife die Unfallkommission des Kreises zu anderen Mitteln. So würde zunächst für eine Woche eine kleine Kamera in dem Bereich installiert, die die Verkehrsflüsse aufzeichnet. So könne festgestellt werden wie viele Autos und Lastwagen den Abschnitt passieren, wie schnell sie gefahren sind und wieviele Fahrzeuge das erlaubte Tempo überschritten hätten. »Ein hoher Prozentwert wäre ein erster Anhaltspunkt, bevor wir den Bedarf sehen, einen festen Blitzer aufzustellen«, sagt Diekmann: »Aber in Bünde hatten wir bislang keine Anhaltspunkte, dass wir in der Hinsicht was machen mussten – und in Rödinghausen auch nicht.«

Der »erfoglreichste« Blitzer

Feste Starenkästen im Kreisgebiet stehen in Herford, Löhne, Enger, Hiddenhausen, Vlotho und Kirchlengern. Der »erfolgreichste« von ihnen ist der Blitzer an der Umgehungsstraße in Herford. Dieser schoss laut Peter Diekmann 2018 von 21.654 Rasern Fotos. Im Vorjahr waren nur 10.068 Tempoverstöße registriert worden: »Das liegt daran, dass die Radarfalle Ende 2016 sabotiert worden war.« Erst ein halbes Jahr später sei die neue Anlage in Betrieb gegangen.

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