Bünder SPD lehnt Anmietung von Büroräumen durch die Stadt im Woolworth-Komplex ab
»Keine Alternativen geprüft«

Bünde (WB). Soll die Stadtverwaltung Büroräme im Woolworth-Komplex anmieten? Mit dieser Frage hat sich die SPD-Fraktion anlässlich ihrer Beratungen zum Haushalt 2019 befasst.

Sonntag, 03.02.2019, 08:39 Uhr
Die Stadtverwaltung erwägt, Büroräume im Woolworth-Komplex anzumieten. Nach Ansicht der SPD mussten erst Alternativen wie der Bau eigener Räumlichkeiten geprüft werden. Foto: Salmon

»Uns ist es sehr wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung an Arbeitsplätzen arbeiten, die sich an den neusten Standards des Arbeitsschutzesorientieren«, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Kieper. Zwar sei den Fraktionen eine Raumanalysevorgelegt worden aus der sich ein erheblicher Raumbedarf ergibt, aber nicht eine einzige Kostenschätzung hinsichtlich möglicher Alternativen zu dieser nun angedachten Anmietung von Räumen. »In einer Niedrigzinsphase langfristig Räume anzumieten anstatt selbst zu bauen, zeigt, wie einfach es sich die Verwaltungsführung macht. Mit solider Haushaltsführung hat das nichts zu tun.«

Technisches Rathaus angedacht

Kieper weiter: »Bereits vor neun Jahren hat der Rat den Bürgermeister aufgefordert, das Gebäude in der Ortstraße, in dem sich derzeit das Jugendamt befindet, aufzugeben. Passiert ist – wie so oft – nichts.« Nun solle in einer Ad-hoc-Aktion, weil sich gerade die Gelegenheit bietet, das Problem zunächst durch die Anmietung von Räumen im Woolworth-Komplex gelöst werden. »Am Ende zahlt der Bünder Bürger mit seinen Steuern diesen Unsinn«, so Kieper. Zu keinem Zeitpunkt seien Alternativen wie etwa ein Anbau ans Rathaus oder die Rücknahme des Rahningschen Hofes mit belastbaren Kostenschätzungen vorgelegt worden.

Auch die Errichtung eines sogenannten Technischen Rathauses, in dem sich zum Beispiel dann der gesamte Bereich Planen und Bauen samt Registratur und Teile der KBB befinden, sei nicht in Betracht gezogen worden. Dazu anbieten würden sich nach Ansicht von Kieper einige städtische Grundstücke im Innenstadtbereich. »Alternativen gibt es viele, aber keine wurde wirklich geprüft.«

Eigenkapital bilden

»Offenbar hat man aus den Fehlern der Vergangenheit mit dem Abschluss von wirtschaftlich unvorteilhaften Verträgen durch die Stadt nichts gelernt«, kritisiert die Fraktionsvorsitzende. Im Jahr 2002 habe die damalige CDU-Bürgermeisterin Kleine-Döpke-Güse in einem Vertrag dem Eigentümer des LZB-Gebäudes den Rahningschen Hof zum Umbau zu einem gastronomischen Betrieb überlassen, während die Stadt im Gegenzug für einen erheblichen Mietzins mit der Bücherei und dem Archiv in das leerstehende LZB-Gebäude umzog.

Das Mietverhältnis über die Bücherei solle nun zum Ende 2022 enden. Die Mietzahlungen hätten die Haushalte der Vergangenheit belastet, gleiches sei bei der Anmietung von Räumen im Woolworth-Komplex zu erwarten. Stattdessen sollte die Stadt erforderliche Räumlichkeiten selber bauen, so Kieper. »Mit jedem Euro, der dort investiert wird, bildet die Stadt entsprechendes Eigenkapital, anstatt die Gewinne eines Investors zu mehren.«

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