Brandschutzexperte soll bei Kontrolle in Bünde gepfuscht haben – Mitbewerber zeigt ihn an
Gerichtsstreit um Feuerlöscher

Bünde (WB).Weil er zwei Feuerlöscher unsachgemäß gewartet und dafür trotzdem Geld verlangt haben soll, musste sich ein 55-Jähriger Brandschutzexperte am Donnerstagmorgen vor dem Bünder Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann wegen versuchten Betrugs angeklagt.

Freitag, 01.02.2019, 06:38 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 06:50 Uhr
Bei der Kontrolle von zwei Feuerlöschern hatte der Zeuge den Angeklagten heimlich beobachtet. Foto: dpa

Ursprünglich hatte der Hiddenhauser wegen des mutmaßlichen Vergehens einen Strafbefehl in Höhe von 1500 Euro zahlen sollen. Dagegen hatte er Widerspruch eingelegt und es kam zur Verhandlung.

Bei Kontrolle heimlich beobachtet

Der Grund für die Vorwürfe: Im Februar vergangenen Jahres wollte der Beschuldigte, der nach eigenen Angaben OWL-weit 2500 Kunden betreut, turnusgemäß nach zwei Jahren zwei Feuerlöscher einer Bünder Physiotherapiepraxis kontrollieren. Dazu soll er die Geräte mit zu seinem Auto genommen haben. Bei der Überprüfung war er von einem anderen Brandschutzexperten (46) beobachtet und auch fotografiert worden. Dieser wollte festgestellt haben, dass die Wartung der Feuerlöscher in viel zu geringer Zeit und nicht DIN-konform erfolgt sein soll. Unter anderem hätte der 55-Jährige die Löscher für eine sachgemäße Kontrolle komplett entleeren und dann wieder befüllen müssen.

Der auch als Zeuge geladene Mitbewerber des Mannes folgte dem Angeklagten in die Praxis, warf ihm unsachgemäße Arbeit vor. Es kam zu einem Wortgefecht, an dessen Ende die Polizei anrückte. Zwar sollen die Löscher zu diesem Zeitpunkt funktioniert haben, der 46-Jährige zeigte den Angeklagten trotzdem an.

»Er wollte an meine Kunden kommen«

»Ich kenne diese Machenschaften. Das ist der Neid von Mitbewerbern. So wollte er an meine Kunden kommen«, echauffierte sich der Beschuldigte, der von der Richterin während der Verhandlung wegen diverser Zwischenrufe mehrmals ermahnt wurde. Die angeführten Vorwürfe, stritt er vehement ab.

Aber warum hatte sein Konkurrent den Hiddenhauser überhaupt bei der Arbeit beobachtet? »Ich hatte zufällig sein Auto entdeckt und im Vorfeld viel Negatives über ihn gehört«, so der Zeuge. Er erklärte zudem, dass die fachgerechte Wartung eines Löschers 15 bis 20 Minuten in Anspruch nehme. Der Angeklagte hatte, wie er später auch selbst einräumte, lediglich eine Viertelstunde für beide Geräte benötigt – und entleert hatte er sie auch nicht: »Wie man arbeitet, muss man dem Service-Techniker schon selbst überlassen«, sagte er.

Verfahren eingestellt

Zwar erkannte die Richterin, dass man darüber streiten könne, ob der Beschuldigte eine sach- und fachgerechte Wartung der Löscher durchgeführt habe. Es sei aber schwierig, ihm tatsächlich einen Betrugsvorsatz nachzuweisen. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren daher ohne Auflagen eingestellt.

Übrigens: Die Physiotherapiepraxis ist nicht mehr Kunde des Hiddenhausers. Sein Mitbewerber hatte die Feuerlöscher dort noch mal nachkontrolliert – und zwar kostenlos.

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