Amtsgericht verurteilt jungen Bünder zu Bewährungsstrafe
Student (23) hortet Kinderpornobilder

Bünde (WB). Fast 1700 Fotos und Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten hatte ein 23-jähriger Soziologie-Student auf zwei Computern gespeichert. Das Bünder Amtsgericht verurteilte den Mann dafür zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe – ausgesetzt zur Bewährung.

Dienstag, 15.01.2019, 07:09 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 12:52 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

»Ich bin mir der Widerwärtigkeit dieser Tat bewusst. Das war ein großer Fehler«, sagte der junge Angeklagte während der Verhandlung am Montagmorgen. Kurz zuvor hatte er die von der Staatsanwaltschaft gegen ihn aufgelisteten Vorwürfe vollumfänglich eingeräumt und Reue gezeigt. Auf Anraten des Richters sagte er zudem zu, sich wegen seiner Neigungen in psychologische Behandlung zu begeben. »Darüber haben wir im Vorfeld schon gesprochen«, so der Verteidiger des bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Mannes. Allerdings sei es nicht einfach, für seinen Mandanten einen Therapeuten zu bekommen: »Die sind oft überbelegt.«

Hausdurchsuchung im Januar 2018

Die Bilder und Filme mit den pornografischen Inhalten, die unter anderem sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen zeigen, hatte der 23-Jährige auf einem PC und einem Laptop gespeichert. Den Tatzeitraum hatte der Vertreter der Staatsanwaltschaft zwischen Dezember 2016 und Januar vergangenen Jahres eingegrenzt . Laut eigener Aussage hatte der Student das verbotene Material von einer einschlägigen Website heruntergeladen.

Der Download der Bilder war Beamten des Bundeskriminalamtes nicht verborgen geblieben. Bei den folgenden Ermittlungen kamen sie über die IP-Adresse des Studenten an seine Wohnanschrift. Am 31. Januar 2018 kam es dann zu einer Hausdurchsuchung, bei dem die beiden Rechner des Bünders beschlagnahmt wurden, auf denen später die belastenden Fotos und Videos gefunden wurden.

Richter warnt Angeklagten

In seinem Urteil folgte der Amtsrichter den Forderungen der Anklage. Zugute hielt der Richter dem 23-Jährigen, dass er seine Schuld eingeräumt hatte und bislang noch nicht mit der Justiz in Kontakt gekommen war. Gegen ein allzu mildes Urteil sprach jedoch die schiere Masse des aufgefundenen pornografischen Materials. Als Auflage zu seiner Bewährungsstrafe muss der junge Mann 60 Sozialstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung ableisten.

»Wenn so etwas noch mal vorkommt, werden Sie nicht mit einer Bewährungsstrafe davonkommen«, warnte der Richter den Angeklagten abschließend.

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