Rathaus ausgelastet – Verwaltung prüft Auslagerung von Abteilungen
Ziehen Ämter in Woolworth-Komplex?

Bünde (WB). In der Bünder Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, nach der Sanierung des sogenannten Woolworth-Komplexes dortige Flächen anzumieten. Denn im Rathaus wird so langsam der Platz knapp.

Donnerstag, 10.01.2019, 08:16 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 08:20 Uhr
Derzeit wird im Bünder Rathaus geprüft, ob einzelne Abteilungen der Stadtverwaltung künftig in den sogenannten Woolworth-Komplex ausgelagert werden könnten. Das riesige Gebäude im Herzen der Innenstadt soll in den kommenden Monaten für einen Millionenbetrag aufwändig saniert werden. Foto: Daniel Salmon

Entsprechende Planungen bestätigte Henriette König, Leiterin des Haupt-Rechtsamts der Stadt, auf Anfrage dieser Zeitung. »Ob und wie tatsächlich eine Nutzung im Woolworth-Komplex erfolgen kann, wird derzeit geprüft.  Eine abschließende Entscheidung ist aber noch nicht erfolgt«, teilt sie am Mittwochnachmittag mit.

Technische Abteilungen könnten umziehen

Im Auge für einen möglichen Umzug habe man allerdings einige technische Abteilungen der Stadtverwaltung, die einen eher überschaubaren Publikumsverkehr aufweisen. »Etwa die Bauverwaltung, oder die Straßen- und Verkehrsplanung«, nennt König einige Beispiele. Der Bereich Bauordnung komme hingegen eher nicht für einen Standortwechsel infrage.

Politik muss Planungen absegnen

Ein Hintergrund für die Planungen, die letztlich durch die Bünder Politik abgesegnet werden müssten, sei, dass das Gebäude, in dem das städtische Jugendamt derzeit untergebracht ist, künftig nicht mehr genutzt werden soll. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Stadtrat bereits 2010 gefällt.

Bei dem Haus an der Ortstraße handele es sich laut Henriette König eigentlich um ein Wohngebäude aus den 1950er-Jahren, das später »aus der Not heraus« zu einem Rathausgebäude umfunktioniert worden war, dessen Nutzung durch die Verwaltung immer nur einen »vorübergehenden Charakter« gehabt habe. Daher seien bisher an dem Standort auch keine großen Sanierungsmaßnahmen erfolgt: »Das Gebäude ist also weder barrierefrei noch familienfreundlich gestaltet und weist einen erheblichen  Sanierungsstau auf.«

Unterbringung des Jugendamtes im Rathaus

Vorübergehend geschlossen

Am 19. Januar wird die Woolworth-Filiale zum letzten Mal ihre Pforten für den Kundenverkehr öffnen – jedoch nur vorübergehend. Darüber informiert seit einigen Wochen ein Aushang an der Eingangstür. Die zeitweise Schließung erfolgt wegen der von der Amandla GmbH geplanten Umbauarbeiten an dem Gebäude. Die Wiedereröffnung des Bünder Woolworth-Standortes soll in diesem Herbst erfolgen.

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Zwar sei eine Unterbringung des Jugendamtes im Rathaus gewünscht, bisherige Prüfungen hätten aber ergeben, dass eine Unterbringung dort aktuell nicht möglich sei. Vielmehr seien die Büros im Rathaus nicht nur voll belegt, sondern es bestehe ein zusätzlicher Platzbedarf. »Steigenden Aufgaben, zu deren Erfüllung uns der Gesetzgeber verpflichtet und die daraus resultierende steigende Beschäftigtenzahl, aber auch datenschutzrechtliche Anforderungen, die besondere Ansprüche an einen Arbeitsplatz stellen, machen ebenfalls eine Erweiterung der Büroflächen notwendig«, teilt Henriette König mit.  

Um dem Bürger einen barrierefreien und familienfreundlichen Service in der Stadtverwaltung zentral bieten zu können, seien verwaltungsseitig schon seit einiger Zeit Möglichkeiten zur Anmietung von Flächen im Umkreis des Rathauses geprüft worden.

König: »Und durch die Investition in die Erneuerung des Woolworth-Komplexes durch die Amandla GmbH hat sich kurzfristig die einmalige Möglichkeit der Nutzung eines Teils des Gebäudes ergeben.« Die Amtsleiterin schränkt aber auch ein, dass konkrete Aussagen über die tatsächliche Nutzung durch bestimmte Bereiche derzeit noch nicht getroffen werden könnten.

»Es ist auch in der Klärung, ob die Eigentümerin,   die noch zu ermittelnden Mindestanforderungen des städtischen Bedarfes  überhaupt erfüllen kann«, so König.

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