Woolworth-Immobilie: Bauantrag ist eingereicht – Arbeiten sollen im Herbst starten – mit Video
Hell und transparent

Bünde  (WB). Eine helle und einladende Außenfassade, große Fenster und zwei neue Großmieter: Diese Vision verfolgt die Projektentwicklungsgesellschaft Amandla für den Woolworth-Komplex in der Innenstadt. Ein Architekt hat entsprechende Pläne gefertigt, der Bauantrag ist vergangene Woche bei der Stadt eingereicht worden.

Donnerstag, 23.08.2018, 03:30 Uhr aktualisiert: 23.08.2018, 08:36 Uhr
So soll es aussehen: Der Blick auf das Woolworth-Gebäude aus Richtung Museum nach der geplanten Umgestaltung. Quelle: Fleper Architekten

»Es ist eine Immobilie, die ihren ganz eigenen Charme hat, sagen wir es mal vorsichtig«, versucht Bürgermeister Wolfgang Koch den Woolworth-Komplex zu umschreiben. Über die geplante Veränderung freue er sich und hoffe, dass davon auch die Innenstadt profitierten könne. Zurzeit präsentiert sich das Gebäude auf vier Etagen, eingekleidet in dunkle Waschbetonplatten.

»Es wirkt geschlossen und nicht einladend«

»Die Fassade ist verschachtelt, es gibt viele Vor- und Rücksprünge. Es wirkt geschlossen und nicht einladend«, erläutert der beauftragte Architekt Philipp Fleper die aktuelle Situation. Insbesondere die dunkle Verkleidung der Fassade füge sich nicht in das Gesamtbild des Innenstadtbereichs rund um das Gebäude ein.

Deshalb setzt der Architekt bei der Außengestaltung auf Schaufensterfronten, die mit Holzblenden versehen werden sollen, sowie eine weiße Putzfassade.

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Es hat den Charme eines Bunkers: das Woolworth-Gebäude am Bünder Museumsplatz. Der viergeschossige Bau – eine architektonische Sünde aus den 1970er Jahren – prägt die obere Bahnhofstraße. Und das im negativen Sinne. Umso erfreulicher ist es, dass konkrete Umbaumaßnahmen geplant sind. Sollten diese so umgesetzt werden, wie sie von der neuen Besitzerin, der Projektentwicklungsgesellschaft Amandla, vorgestellt wurden, ist das ein deutlicher Gewinn für die Fußgängerzone.

Hilko Raske

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Das sei zwar insgesamt minimalistisch gehalten, aber auch zeitlos. Das reduzierte Design soll ein großer Schriftzug ergänzen: Stadttor ist der Name, den sich der Architekt und die neuen Besitzer zunächst überlegt haben.

Dritte Obergeschoss wird zurückgebaut

Das könne aber noch diskutiert werden, betont Amandla-Geschäftsführer Lars Esser-Carius. Auffällig ist, dass das Woolworth-Gebäude bei den Umbaumaßnahmen deutlich an Höhe verlieren wird. »Das dritte Obergeschoss wird zurückgebaut. Das nimmt die Höhe und das Gebäude fügt sich besser in die Innenstadt ein«, sagt der Architekt zum geplanten Abriss.

Die Obergeschosse seien nicht mehr so gut nutzbar, sodass man den Komplex auf eine »nachhaltige Größe« bringen wolle, erläutert Esser-Carius. Auf den anderen Etagen soll sich jedoch deutlich etwas tun: Die Woolworth-Fläche im Erdgeschoss werde verkleinert, dafür wachse das Geschäft in die Höhe und werde künftig auf zwei Etagen zu finden sein, erklärt Esser-Carius. Deshalb müsse das Geschäft voraussichtlich von Anfang des kommenden Jahres an geschlossen werden.

Drogeriemarkt und Fitnessstudio kommen neu hinzu

Durch den Umbau würden im Erdgeschoss 800 Quadratmeter Fläche frei werden. Dort soll ein Drogeriemarkt eröffnen. Das Geschäft C&A soll aufgrund eines kürzlichen Umbaus von den Maßnahmen ausgeschlossen werden und, bis auf wenige Ausnahmen, durchgehend geöffnet bleiben. Im ersten Obergeschoss werde neben der Woolworth-Fläche ein Fitnessstudio eröffnen.

13 barrierefreie Mietwohnungen

Eine vollkommen neue Nutzung ist für die Fläche des zweiten Obergeschosses angedacht. »Wir wollen dort Wohnen in der Innenstadt ermöglichen. Das soll die Innenstadt beleben«, sagt Esser-Carius. 13 barrierefreie Mietwohnungen von 60 bis 100 Quadratmetern, mit eigenem Tiefgaragenstellplatz und großer Terrasse, hat die Amandla dort vorgesehen. Daher soll auch die Tiefgarage freundlicher gestaltet werden, unter anderem mit einer neuen Beleuchtung. Insgesamt werde auch die Zahl der Parkplatze in der Tiefgarage und außerhalb des Gebäudes von 148 auf 173 steigen.

Amandla hat für die Umbaumaßnahmen ein Jahr veranschlagt. Da der Bauantrag vergangene Woche bei der Stadt eingereicht worden ist, plant er mit einem Baubeginn noch im Herbst dieses Jahres. Die Investitionssumme liege im zweistelligen Millionenbereich, sagt Esser-Carius.

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