15 Fälle in drei Landkreisen – Verdächtiger ist polizeibekannt – Motiv unklar
Hochsitz-Brandserie: Bünder (27) unter Tatverdacht

Bünde (WB). Seit Anfang des Jahres sind in der Region 15 Hochsitze abgefackelt worden. Als möglichen Täter hat die Polizei einen 27-jährigen Bünder ermittelt, der für die Beamten kein Unbekannter ist. Die Brandserie wird nun ein Fall für die Bielefelder Staatsanwaltschaft.

Freitag, 15.06.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.06.2018, 18:02 Uhr
In Lashorst (Preußisch-Oldendorf) wurde am 1. März ein Hochsitz ) ein Raub der Flammen. Insgesamt werden dem Verdächtigen aus Büdne 15 Taten vorgeworfen. Foto: Eva Rahe

Die Justizbehörde dürfte wohl zunächst prüfen, ob im Einzelfall eine Brandstiftung und nicht nur eine Sachsbeschädigung vorliegt.

Wie exklusiv berichtet, war der Verdächtige bereits Anfang Mai ins Visier der Fahnder geraten . Grundlage der Ermittlungen sollen Fotos gewesen sein, die den Verdächtigen in der Nähe von Tatorten zeigten. »Die Bilder stammen aus Fotofallen und wurden der Polizei zur Verfügung gestellt«, hatte Bündes Hegeringleiter Dirk Höke (Kreisjägerschaft Herford) seinerzeit auf Anfrage erklärt.

Keine weiteren Taten seit Anfang Mai

Damals wollte sich die Polizei noch nicht offiziell zu einem möglichen Ermittlungserfolg in der Sache äußern. Das ist nun anders. Demnach wird dem 27-Jährigen »Sachbeschädigung durch Brandsetzung« in 15 Fällen in der Zeit von Ende Februar bis Anfang Mai diesen Jahrs vorgeworfen. Fest steht: Seither waren keine weiteren Taten registriert worden.

Drei der in Brand gesetzten Hochsitze befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Melle (Landkreis Osnabrück). In Preußisch Oldendorf und Blasheim (Kreis Minden-Lübbecke) wurden zusammen fünf Taten registriert. In Bünde wurden fünf Jagdkanzeln ein Raub der Flammen, im benachbarten Spenge wurden zwei Delikte angezeigt. Während einige Hochsitze komplett zerstört wurden, blieb es in den anderen Fällen beim Versuch. Zur Höhe des entstandenen Schadens können die Beamten aufgrund der Vielzahl der Fälle noch keine konkreten Angaben machen. Allerdings dürfte es sich um mehrere Tausend Euro handeln.

Gute Zusammenarbeit der Behörden

»Der Bünder soll bei der Tatausführung verschiedene Brandbeschleuniger – wie Spiritus und Grillanzünder – verwendet haben«, erklärte Steven Haydon, Pressesprecher der Herforder Kreispolizeibehörde, die in dem Fall die Federführung übernommen hatte. Zu einem möglichen Tatmotiv des bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getretenen Beschuldigten konnte der Beamte mit Blick auf den aktuellen Ermittlungsstand noch keine Angaben machen.

Ausdrücklich lobte Haydon die kreis- und länderübergreifende Zusammenarbeit der Behörden in dem Fall: »Das hat wirklich sehr gut funktioniert.«

Bereits im Herbst und Spätsommer 2017 waren in Bünde und in Melle insgesamt vier Hochsitze abgebrannt . Ob der Verdächtige auch für diese Delikte verantwortlich sein könnte, ist unklar. »Derzeit bezieht sich Tatverdacht nur auf die Fälle aus diesem Jahr«, so Polizeisprecher Haydon.

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