Betriebsratsvorsitzende des Modehauses kritisiert ablehnende Haltung der SPD Büka-Belegschaft für verkaufsoffene Sonntage

Bünde (WB/hr/klü). Vier verkaufsoffene Sonntag soll es in diesem Jahr geben, der erste ist für den 3. Juni geplant. Einen entsprechenden Antrag hat die »Handel Bünde GbR« bereits gestellt.

Die Belegschaft des Bünder Modehauses hat sich für verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen.
Die Belegschaft des Bünder Modehauses hat sich für verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen. Foto: Thomas Klüter

Am kommenden Dienstag entscheidet der Stadtrat darüber. Allerdings hat sich bereits im zuständigen Hauptausschuss eine Mehrheit dafür ausgesprochen. Ablehnung kam nur von Seiten der SPD. Die Sozialdemokraten begründeten ihre Haltung unter anderem damit, dass sie die Interessen der Arbeitnehmer in den Vordergrund stellen würden.

Darauf hat nun Cristina Rodrigues, Betriebsratsvorsitzende des Bünder Modehauses, mit einem offenen Brief an die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Kieper reagiert. Darin heißt es: »Auf diesem Weg möchten wir Ihre Bedenken über die verkaufsoffenen Sonntage ansprechen. Auch wir haben uns mit diesem Thema beschäftigt und fragten unsere Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Meinung. Per Unterschriftenliste konnten wir über die Frage ›Ja für offene Sonntage‹ oder ›Nein gegen verkaufsoffene Sonntage‹ unsere Meinung vertreten.«

Keiner der 93 Mitarbeiter dagegen

64 der 93 Mitarbeiter des Bünder Modehauses hätten sich positiv für den verkaufsoffenen Sonntag ausgesprochen. Es habe nicht eine Nein-Stimme gegeben, so Cristina Rodrigues. Das sei ohne Druck geschehen, erkennbar daran, dass einige gegen einen offenen Adventssonntag gestimmt hätten. »Ihr Argument, es handle sich hierbei um beliebige Sachgründe, können wir nicht nachvollziehen. Es geht um unsere Arbeitsplätze und um die Sicherung des Einzelhandels. Nicht zu vergessen ist die wachsende Konkurrenz durch das Internet, das keine Ladenöffnungszeiten kennt. Erstaunlich finden wir auch, dass mit unseren Mitbewerbern Sonderkonditionen ausgehandelt werden sollen.

Sollte das Ziel nicht sein, dass für alle die gleichen Bedingungen gelten?« Keiner der Mitarbeiter des Bünder Modehauses gerate wegen der vier bis fünf verkaufsoffenen Sonntage in seiner Familie oder mit der Freizeitgestaltung zu sehr unter Druck, betont Rodrigues. Und: »Uns allen liegt unser Arbeitsplatz am Herzen und uns allen ist die Notwendigkeit der verkaufsoffenen Sonntage bewusst.«

Grundsätzliche Bedenken

Beim Bürgerfest im Steinmeister bezog Andrea Kieper Stellung zu den Vorwürfen. Sie habe grundsätzliche Bedenken gegenüber verkaufsoffenen Sonntagen. Das sei jedoch ihre persönliche Meinung und nicht unbedingt die der SPD in Bünde. Das Argument, dass man mit verkaufsoffenen Sonntagen die Innenstädte belebe, sei nicht überzeugend. »Warum müssen es die Sonntage sein? Man kann auch an anderen Tagen, beispielsweise durch regelmäßige lange Samstage, eine Innenstadt beleben«, so Kieper. Auch die häufig gehörte Begründung, dass man mit verkaufsoffenen Sonntagen dem Onlinehandel Paroli biete, sehe sie kritisch. Hier könnte die Kaufmannschaft eher durch gemeinsame Aktionen im Internet etwas erreichen.

Sie gehe aber davon aus, dass die SPD während der Ratssitzung mehrheitlich für die verkaufsoffenen Sonntage stimme.

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