Bünder Hauptausschuss entscheidet über Bürgerantrag – Tierschützerin hat Vögel gezählt
Verwaltung gegen Stadttaubenschlag

Bünde (WB). Aus Sicht der Stadtverwaltung soll in Bünde kein betreuter Stadttaubenschlag errichtet werden. Dem Hauptausschuss, der am 25. April tagt, wird daher empfohlen, einen Bürgerantrag der Tierschützerin Tanja Bültermann abzulehnen. Die führt aber neue Argumente ins Feld.

Donnerstag, 19.04.2018, 07:17 Uhr aktualisiert: 19.04.2018, 10:02 Uhr
Wie viele Tauben gibt es in Bünde? Diese Frage wird bei der Hauptausschuss-Sitzung eine Rolle spielen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Bereits im März hatte sich das Gremium erstmals mit dem Thema befasst, eine mögliche Entscheidung wurde jedoch vertagt. Aus Sicht der Rathausmitarbeiter würde die Einrichtung eines solchen Stadttaubenschlages zwar »eine tierschutzgerechte Möglichkeit darstellen, um eine verwilderte Haustaubenpopulation zu kontrollieren«, bei der »sehr geringen Anzahl« an Tieren in der Innenstadt wäre eine solche Maßnahme nach Einschätzung der Veterinärbehörden jedoch »kontraproduktiv«. Man befürchte durch das gute Nahrungs- und Nistplatzangebot sogar einen Anstieg des Bestandes.

Keine »überbordende Taubenpopulation«

Generell sehe man im Rathaus ohnehin keine Probleme mit einer »überbordenden Taubenpopulation«. Wie mehrfach berichtet, hatten das Ladeneigentümer und Hausbesitzer, vor allem in der oberen Eschstraße, anders gesehen und das Thema in die Medien gebracht.

Statt eines Taubenschlages wird seitens der Verwaltung die Reduzierung des Nahrungsangebots und die Durchsetzung eines Fütterungsverbots als zielführender erachtet. Hausbesitzer könnten zudem Sitz-, Nist- und Brutplätze für die Tiere unattraktiv gestalten.

In einem weiteren Schreiben an die Stadt nennt Tanja Bültermann aber nun neue Argumente, die aus ihrer Sicht für einen Stadttaubenschlag nach dem so genannten Augsburger Modell sprechen. Während die Stadt nämlich von einer Taubenpopulation von nur 20 Tieren in der City ausgeht, will die Tierschützerin eine Anzahl von 50 Vögeln für die Eschstraße ermittelt haben.

Viele Tauben am Cordes-Gebäude

Sollte das Cordes-Gebäude wie geplant bald abgerissen werden, würde sich der Bestand in der City noch vergrößern. Bültermann geht davon aus, dass der marode Industriekomplex vielen Tauben als Unterschlupf dient. Zählungen auf der Dachfläche des Gebäudes hätten ergeben, dass sich dort etwa 65 Tauben aufhalten – flugunfähige Jungvögel noch nicht mit eingerechnet. Weitere 15 Vögel hielten sich regelmäßig in der Nähe des Bahnhofs auf.

Eine solche Populationsdichte würde einen betreuten Stadttaubenschlag rechtfertigen, findet die Antragstellerin. Als kostengünstige Varianten bringt sie einen ausgebauten Bauwagen oder ein entsprechend eingerichtetes Dachgeschoss ins Spiel. »Die Kosten für die Behandlung verletzter Tiere wird komplett vom Tierschutzverein Herford übernommen«, betont Bültermann. Die Tierfreundin, die sich regelmäßig um verletzte Stadttauben kümmert, hat sogar eine Liste von Ehrenamtlern zusammengestellt, die ein Taubenhaus betreuen würden.

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