Bernhard Hoëcker im Stadtgarten »Ist hier ein Presbyter?«

Bünde (BZ). Mit falschen Annahmen und echten Fakten, mit interaktiven Publikumsumfragen und mit ganz viel spontanem Austausch mit den Zuschauern begeisterte Bernhard Hoëcker am vergangenen Donnerstag mehr als 600 Besucher im Bünder Stadtgarten.

Von Thomas Klüter
Locker und spontan plauderte Bernhard Hoëcker mit den Besuchern.
Locker und spontan plauderte Bernhard Hoëcker mit den Besuchern. Foto: Thomas Klüter

In Jeans, Turnschuhen und Kapuzenpulli stand der kleine Mann aus Bonn da auf der Bühne und wurde ganz groß. Locker und souverän hielt Hoëcker den riesigen Saal in Atem und plauderte gut gelaunt drauf los.

Von einer Fahrt mit drei Kumpels und zwei Autos in die Türkei erzählte er. »Das war zu einer Zeit als Türkei noch kein Kabarett war, sondern ein Reiseziel«, so Hoëcker. Von einem gewonnenen Vorfahrtsduell mit einem Taxifahrer in Ankara berichtete er und von der Hauptverkehrszeit, die dort von halb fünf morgens bis halb fünf morgens dauere. »Habt ihr hier in Bünde auch eine Hauptverkehrszeit, gibt es einen neuralgischen Punkt, wo zwischen 8 und 8.15 Uhr nichts mehr geht«, fragte er ins Publikum. Und schon war er mit den Zuschauern im Gespräch.

»An der Kita am Markt«, sagte ein Zuschauer. »Und an der McDonald’s-Kreuzung.« Das Verkehrschaos bei dem Schnellrestaurant sei sicher jeden Morgen zehn Minuten nach dem Stau an der Kita, konterte der Kabarettist und lachte zusammen mit dem Publikum.

Versteinerte Gesichter

Auf einer Leinwand über der Bühne präsentierte Hoëcker dann vermeintliche Fakten, korrigierte sie und berichtete, was wirklich stimmt. Um die Hörner an Wikingerhelmen ging es da und um christliche Reliquien, wie die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. »Davon gibt es so viele, da müsste Jesus ans Kreuz getackert worden sein«, scherzte Hoëcker. Einige Gesichter in den Reihen blieben dabei versteinert. So was komme in verschiedenen Regionen ganz unterschiedlich an, sagte der Kabarettist. Im Rheinland werde über alles gelacht, in evangelischen Gegenden gucken sich die Zuschauer erst mal um und fragen sich: »Ist hier irgendwo ein Presbyter?« und im Osten müsse er erklären, wer Jesus ist.

Dann forderte Hoëcker die Zuschauer auf, ihre Handys herauszuholen und sich an einer interaktiven Abstimmung zu beteiligen. »Gefällt es Euch in Bünde?« war die erste Frage und auf der Leinwand erschienen 75 Prozent Ja-Stimmen. Für einen weiteren Lacher sorgte, dass immerhin 18 Prozent der Teilnehmer angegeben hatte: »Bünde? Noch nie gehört.«

Falsch ausgestiegen

»Was macht ihr dann alle hier«, fragte Hoëcker. Das wurde mit der nächsten interaktiven Frage geklärt: 34 Prozent wohnen in Bünde, 19 Prozent sind Touristen und 47 Prozent sind an der falschen Haltestelle ausgestiegen. »So hoch war der Wert noch nie«, sagte Hoëcker und lachte. »Was ist denn los mit Euch hier?«

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