50-Jähriger steht ab Montag wegen versuchten Mordes in Detmold vor Gericht Wollte Bünder Freundin anzünden?

Bünde/Kalletal  (WB). Wegen versuchten Mordes und Körperverletzung muss sich ein Bünder (50) ab kommenden Montag vor der 1. Großen Strafkammer des Detmolder Landgerichts verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann Ende 2016 unter anderem versucht haben, in Kalletal (Kreis Lippe) seine damalige Lebensgefährtin (39) anzuzünden.

Von Daniel Salmon
Das Landgericht in Detmold, hier muss sich ab Montag ein 50-jähriger Bünder wegen versuchten Mordes verantworten.
Das Landgericht in Detmold, hier muss sich ab Montag ein 50-jähriger Bünder wegen versuchten Mordes verantworten. Foto: dpa

Beziehungsstreit soll vorausgegangen sein

Der vorgeworfenen Tat soll ein Beziehungsstreit vorausgegangen sein, der laut Anklageschrift am 2. Dezember vor zwei Jahren seinen Anfang genommen haben soll. Seinerzeit soll der 50-Jährige mit seiner Freundin über den Umgang mit anderen Frauen gestritten haben. Dabei habe er der Frau plötzlich an den Hals gefasst, zugedrückt und sie danach gewaltsam zu Boden geschleudert. Wenige Tage später soll der Streit erneut aufgeflammt sein. Bei dieser Gelegenheit soll der Beschuldigte die Frau am Nacken gepackt und so fest zu Boden geworfen haben, dass diese ein Beinverletzung erlitt.

Mit Benzin übergossen

Am 11. Dezember, so die Detmolder Staatsanwaltschaft, sei der Konflikt dann vollends eskaliert. Und zwar nachdem die 39-Jährige ihrem Freund verkündet habe, die Beziehung beenden zu wollen. Daraufhin soll er in die Garage des gemeinsam bewohnten Hauses im Kalletal geeilt sein und sich mit Benzin übergossen haben. Als seine Freundin ihn davon abhalten wollte, habe der Bünder auch sie mit Kraftstoff überschüttet.

Feuerzeug aus der Hand geschlagen

Bevor er sich und die Frau mit einem Feuerzeug anstecken konnte, soll es die Kalletalerin ihm aus der Hand geschlagen und eingesteckt haben. Als er aus seinem Auto ein weiteres Feuerzeug holen wollte, sei die 39-Jährige dann geflohen.

Herbeigerufene Polizeibeamte nahmen den Mann kurz darauf fest. Laut Oberstaatsanwalt Christopher Imig war der Mann nach dem Vorfall zunächst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, am nächsten Tag aber bereits wieder entlassen worden. Die Mediziner seien der Meinung gewesen, dass von dem Mann keine Gefahr für sich selbst oder andere ausgehe.

Nachdem bereits im März 2017 Anklage erhoben worden war, sollte im September der Prozessauftakt am Detmolder Landgericht stattfinden. Imig: »Der Angeklagte war auch erschienen, die Lebensgefährtin aber nicht.« Diese hatte sich durch eine Attest entschuldigen lassen. Daher wurde die Verhandlung vertagt.

Beginn des Prozesses vor dem Detmolder Schwurgericht ist nun am Montag um 9 Uhr. Ein Fortsetzungstermin ist für Freitag, 26. Januar, anberaumt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.