Gisela Ebeling erhält Deutschen Pädagogen-Preis – Schüler haben sie nominiert Diese Lehrerin ist wirklich spitze!

Bünde  (WB). Das ist der Ritterschlag für jeden Pädagogen: Die Bünder Realschullehrerin Gisela Ebeling ist am Montag in Berlin mit dem Deutschen Lehrerpreis 2017 ausgezeichnet worden. Nominiert war die 58-Jährige in der Kategorie »Schüler zeichnen Lehrer aus«.

Von Daniel Salmon
»Man muss als Lehrer seine pädagogischen Freiheiten nutzen«, sagt Gisela Ebeling. Ihre Berufskollegen will sie darin bestärken, Unterricht und Lehrpläne auch mal kreativer auszulegen. Über die Realschule Nord sagt sie: »Ich wollte hier immer unterrichten.«
»Man muss als Lehrer seine pädagogischen Freiheiten nutzen«, sagt Gisela Ebeling. Ihre Berufskollegen will sie darin bestärken, Unterricht und Lehrpläne auch mal kreativer auszulegen. Über die Realschule Nord sagt sie: »Ich wollte hier immer unterrichten.« Foto: Daniel Salmon

Die Jugendlichen ihrer jüngsten Zehner-Abschlussklasse hatten die Paukerin vorgeschlagen. »Das ist die größte Ehre, die einem als Lehrer zuteil werden kann. Ich freue mich wirklich riesig«, sagt Ebeling, die seit 2002 an der Realschule Nord Deutsch, Evangelische Religion und Erdkunde unterrichtet. Sie findet: »Die Auszeichnung zeigt: Die Realschule ist eine gute Schulform mit guten Lehrern«.

»Pädagogen-Oscar«

Verliehen wird der »Pädagogen-Oscar« vom Deutschen Philologenverband (DPhV) und der Vodafone-Stiftung. Geehrt wurden neben der Bünderin auf Schülervorschlag lediglich 14 weitere Lehrkräfte aus ganz Deutschland. 4000 Einsendungen waren laut DphV-Pressesprecherin Eva Hertzfeldt eingegangen. Sechs Lehrerteams erhielten zudem einen Preis in der weiteren Wettbewerbskategorie »Unterricht innovativ«.

Kommentar

Wer von seinen Schülern derart gelobt wird, der hat den »Lehrer-Oscar« wirklich verdient. Denn es ist kein Geheimnis: Sich heutzutage das Vertrauen und die Zuneigung seiner Schützlinge zu verdienen, ist schon ein hartes Stück Arbeit. Das setzt viel Engagement auch über die eigentliche Lehr- und Lernzeit hinaus voraus. Aber wie man sieht, lohnt es sich – und zwar nicht nur in Bezug auf die nun erhaltene Auszeichnung, dank der auch die Realschule Nord viel an Renommee gewinnen dürfte.

Hier ist es einer Lehrkraft gelungen, sich in einem oftmals stressigen Arbeitsumfeld den Spaß am Job nicht nur zu erhalten, sondern ihn vielmehr auch auf die Schüler zu übertragen.

Und man darf darüber hinaus keinesfalls vergessen: Mit Gisela Ebeling hat keine junge Pädagogin, die gerade ihr Referendariat absolviert hat und sich – so könnte man sich vorstellen – voller Elan und mit frischen Ideen in ihren Job stürzt, den Lehrerpreis bekommen. Stattdessen weiß sie, dank ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen, wie die Schüler ticken. Dafür gebührt dieser engagierten Pädagogin allergrößter Respekt.

Daniel Salmon

Doch wie überzeugten die 24 Schüler die hochkarätig besetzte Preisjury von den Qualitäten ihrer Ex-Klassenlehrerin? »Wir haben einfach den Artikel über Frau Ebeling aus unserer Abschlusszeitung eingeschickt«, sagt Blerta Cukovic (16). Auf einer Din A4-Seite beschreiben Ebelings frühere Schützlinge dort eindrucksvoll, was sie an der Pädagogin, die sie zwei Jahre unterrichtet hat, so schätzen. Sätze wie: »Sie waren wie eine Freundin für uns, trotzdem haben Sie uns gelehrt, die Grenze zwischen Lehrkraft und Schülern nie zu überschreiten«, »Danke, dass Sie an uns geglaubt haben« und »Sie wollten immer das Beste für uns« dokumentieren die besondere Schüler-Lehrer-Beziehung.

»Ihre Schulstunden sind anspruchsvoll, vielseitig und motivierend«

»Durch Frau Ebeling sind wir zu einer starken Klassengemeinschaft geworden. Wir sind fast wie eine Familie zusammengewachsen«, lobt Blerta Cukovic. Dazu beigetragen hat sicher auch die von der 58-Jährigen eingeführte »Aktion des Monats«: Ausflüge und Aktivitäten, die zumeist einen direkten Bezug zu Unterrichtsthemen hatten. »Außerdem hatte sie für unsere Probleme immer ein offenes Ohr«, ergänzt Ex-Realschüler Maximilian Schroer (17). Weiter bezeichnen die Schüler Ebelings Schulstunden als anspruchsvoll, vielseitig und motivierend. Ehrlichkeit, Verständnis und Vertrauen seien weitere Eigenschaften, die sie auszeichnen.

»Wie die Schüler Frau Ebeling beschrieben haben, trifft den Nagel wirklich auf den Kopf«, sagt Rektor Guido Broziewski Blomenkamp. Wie das Kollegium auch ist der Schulleiter riesig stolz auf die Preisträgerin: »Sie stellt klare aber nicht starre Regeln auf, schafft Freiräume für Projekte, die nicht im Lehrplan vorgeschrieben sind, diesen aber ergänzen. Und außerdem tritt sie ihren Schülern mit großer Herzenswärme entgegen.«

Urkunde und 1000 Euro für Schulprojekte

»Ich bin einfach immer authentisch«, sagt indes die Preisträgerin, die neben einer Urkunde auch 1000 Euro in Empfang nehmen durfte, die für Projekte an ihrer Schule eingesetzt werden sollen. Bei ihrer Abschlussklasse 10b, ihren »Hasis« wie Gisela Ebeling die jungen Menschen liebevoll nennt, will sie sich natürlich noch bedanken: »Ich werde sie im Februar einladen.«

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