EWB bietet Umweltunterricht an der Grundschule Holsen-Ahle an Vom Schuhkarton zum Sonnenkollektor

Bünde (WB). Mit Eifer schneidet Felix (11) ein großes Loch in den Schuhkartondeckel und beklebt ihn mit Frischhaltefolie, Jendrik ist derweil dabei, die untere Kartonhälfte mit schwarzem Seidenpapier auszulegen. Was die beiden Grundschüler basteln, ist ein echter Sonnenkollektor.

Von Ruth Matthes
Stolz präsentieren die Kinde der Klasse 4b der Grundschule Holsen-Ahle ihre selbst gebauten Sonnenkollektoren. Sie sind im Rahmen des Umweltunterrichts der EWB und der Deutschen Umweltaktion.
Stolz präsentieren die Kinde der Klasse 4b der Grundschule Holsen-Ahle ihre selbst gebauten Sonnenkollektoren. Sie sind im Rahmen des Umweltunterrichts der EWB und der Deutschen Umweltaktion. Foto: Ruth Matthes

Die Bastelarbeit ist der krönende Abschluss eines Umweltprojektes, das die Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB) in Kooperation mit der Deutschen Umwelt-Aktion (DUA) in den vierten Klassen der Grundschulen in ihrem Versorgungsgebiet anbietet. »Acht Klassen nehmen in diesem Jahr unser Angebot in Anspruch«, erzählt Anke Sundermeier von der EWB. Ziel sei es, die Kinder spielerisch an das Thema Umweltschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit Energie heranzuführen. Die Idee dahinter: »Wer schon als Kind lernt, unsere begrenzten Rohstoffe nicht zu verschwenden, wird dieses Verhalten wahrscheinlich auch als Erwachsener fortführen.«

Lehrerin macht Kindern klar: Gas ist endlicher Rohstoff

Zu Beginn der Doppelstunde, die Christiane Pfingst von der DUA nacheinander in den Klassen 4a und 4b gab, erfuhren die Kinder, dass in der Bünder Region vorwiegend Erdgas zum Erwärmen von Wasser benutzt werde, ob es nun Wasser fürs Schwimmbad, die heimische Badewanne oder die Heizung sei. »Einige waren erstaunt, als sie hörten, dass in den Heizkörpern Wasser ist, das mithilfe von Erdgas erhitzt wird«, erzählt Klassenlehrerin Susanne Höpker.

Doch Christiane Pfingst machte den Kinder auch klar, dass Gas ein endlicher Rohstoff ist und es Sinn mache, nach Alternativen zu suchen. Eine dieser Alternative sei beispielsweise die Sonnenenergie, die einige Haushalte bereits selber nutzen, um damit ihr Wasser zu erhitzen.

So funktioniert ein Sonnenkollektor

Wie ein solcher Sonnenkollektor funktioniert, können die Kinder nun mit ihren Kartons zu Hause selbst ausprobieren – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. »Sie können eine PET-Flasche mit Wasser befüllen und sie dann in den Karton stellen«, so Pfingst. Durch den Deckel fällt das Licht auf den schwarzen Hintergrund, der die Strahlen gleichsam magisch anzieht. So wärmt die Sonnenenergie das Wasser auf. Wie lange das um diese Jahreszeit dauert, kann die Expertin nicht genau vorhersagen: »Mindestens eine dreiviertel Stunde«, meint sie.

Jan (9) hat jedenfalls schon eine originelle Idee, was er mit seinem Kollektor machen will: »Wenn es gut klappt, erhitze ich damit die Würstchen für meinen Bruder. Der hat nämlich im Sommer Geburtstag.«