Betrunkener 33-Jähriger soll Angestellte (23) angegriffen haben – vor Urteil sollen weitere Zeugen gehört werden Prozess um eine Kopfnuss an der Tankstelle

Bünde (WB). Er soll einer Tankstellenangestellten (23) eine Kopfnuss gegeben, eine Glassscheibe zerstört und dabei unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben: Ein 33-jähriger Mann hat sich deswegen am Donnerstag vor dem Bünder Amtsgericht verantworten müssen.

Von Daniel Salmon
An dieser Tankstelle an der Herforder Straße soll es zu dem Angriff gekommen sein.
An dieser Tankstelle an der Herforder Straße soll es zu dem Angriff gekommen sein. Foto: Daniel Salmon

Laut Staatsanwaltschaft hat sich der Vorfall Anfang Februar vergangenen Jahres an einer Tankstelle an der Herforder Straße zugetragen. Durch die Attacke soll die Angestellte Verletzungen im Gesicht erlitten haben. Der Angeklagte sitzt derzeit in der JVA Remscheid ein, er wurde von zwei Wachtmeistern in den Saal geführt.

Angeklagter hatte Bier, Whiskey und Kokain konsumiert

Bei seiner Aussage räumte der 33-Jährige ein, an jenem Abend ab 18 Uhr Bier, Whiskey und Kokain konsumiert zu haben: »Ich war richtig gut bedient.« Kurz vor 22 Uhr sei er zu der Tankstelle gegangen, um sechs Flaschen Bier zu kaufen. Ein Kumpel sollte ihn von dort abholen. Doch bevor dieser eintraf, sei es vor dem Eingang zu einer verbalen Auseinandersetzung mit der 23-jährigen Angestellten und einer weiteren, als Zeugin geladenen Mitarbeiterin (27) gekommen. Die Körperverletzung und die Sachbeschädigung stritt der Angeklagte mit den Worten »Ich schlage keine Frauen« ab. Darüber hinaus habe er aber Erinnerungslücken, erklärte der 33-Jährige.

Anders schilderten den Verlauf des Abends das Opfer und die Zeugin. Nachdem diese die Tankstelle abgeschlossen und verlassen hatten, sei es sehr wohl zu Pöbeleien und schließlich zum Angriff gekommen. Später sei auch der Freund der 27-Jährigen aufgetaucht und habe sich mit dem Angeklagten eine Rangelei geliefert. Beim Versuch, diesen mit den Bierflaschen zu treffen, sei dann die Scheibe zu Bruch gegangen. Allerdings stimmten nicht alle Aussagen der Frauen über den Hergang des Vorfalls überein.

Die 23-Jährige gab zudem an, schon vor dem Angriff die Polizei alarmiert zu haben. Denn der Angeklagte soll sich noch vor der Tat in das Auto ihres Bekannten, der sie nach der Arbeit abholen sollte, gesetzt haben. Allerdings: Als Zeuge war der Mann nicht geladen.

Prozess wird fortgesetzt

Heraus stellte sich während der Verhandlung dann, dass sich der Angeklagte und die 27-Jährige bereits vor dem Tatabend begegnet sind. Kurze Zeit vor dem Vorfall an der Tankstelle waren beide in Enger-Besenkamp auf einem Supermarktparkplatz aneinandergeraten. Dabei soll die Frau versucht haben, dem 33-Jährigen Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen. Getroffen und verletzt wurde aber ein unbeteiligter Rentner. Dieser Fall wurde tags zuvor am Amtsgericht Herford verhandelt – mit der 27-Jährigen auf der Anklagebank und dem nun Beschuldigten im Zeugenstand. Ein Urteil sei jedoch noch nicht erfolgt.

Und auch der Tankstellenprozess muss fortgesetzt werden. Die Verteidigung möchte noch den nicht geladenen Zeugen sowie die Polizistin, die die Anzeige gegen ihre Mandanten gefertigt hat, hören. Außerdem soll ein eventuell existierendes Überwachungsvideo vom Tatabend gesichtet werden. Neuer Termin ist der 29. Januar.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.