Spende ermöglicht neue Lernwerkstatt in der Bünder DRK-Kita »Krempoli« Schlau werden auf spielerische Art

Bünde (WB). Elektrische Schaltkreise bauen, klingenden Sonaten von Chopin lauschen oder konzentriert durch das Mikroskop spähen: Was sich wie ein Mittelstufenlehrplan anhört, ist für viele Mädchen und Jungen der Bünder DRK-Kita »Krempoli« bereits im Vorschulalter spielerischer Alltag.

Von Karl-Hendrik Tittel
Fühlen sich wohl in der neuen Lernwerkstatt der Bünder DRK-Kita Krempoli: (von links) Heike Werges, Michael Honder, Arne (5), Tuana (4), Burghard Lehmann, Malena (4), Jana (5), Sabine Jedaschko und Sofia (5).
Fühlen sich wohl in der neuen Lernwerkstatt der Bünder DRK-Kita Krempoli: (von links) Heike Werges, Michael Honder, Arne (5), Tuana (4), Burghard Lehmann, Malena (4), Jana (5), Sabine Jedaschko und Sofia (5). Foto: Karl-Hendrik Tittel

Seit gut einem Monat gibt es die Lernwerkstatt der Hunnebrocker Kindertagesstätte, ein bislang einmaliges Projekt innerhalb aller Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes Herford-Land. »Ziel ist es, den Kindern die bestmögliche Förderung im jeweils eigenen Tempo zu bieten«, sagt Sabine Jedaschko.

Individuellen Begabungen und Fähigkeiten fördern

Die pädagogische Fachkraft für Hochbegabtenförderung hat die Lernwerkstatt mit aufgebaut und ist für die dortige Betreuung zuständig. Und die wird täglich angeboten. In diesem mit unterschiedlichsten Materialien ausgestatteten Raum können die Kinder »in aller Ruhe ganz selbstständig experimentieren und entdecken«, betont Kita-Leiterin Heike Werges. So könnten die individuellen Begabungen und Fähigkeiten der Kinder erkannt und gefördert werden – insbesondere die der hochbegabten.

Schwerpunkt in der Lernwerkstatt sind die Naturwissenschaften, aber beispielsweise auch feinmotorische Fähigkeiten werden gefördert, und durch den Umgang mit Gleichaltrigen zudem soziale Kompetenzen oder Sprachfähigkeiten. Stereotypes Rollendenken kommt hier nicht auf, denn die Kinder suchen sich die Arbeitsmaterialien nach ihren Vorlieben eigenständig aus. »Ein dreijähriges Mädchen legt einen Stromkreis, während sich ein vierjähriger Junge zwei Meter weiter entspannt per Kopfhörer Werke von Tschaikowsky anhört – das ist hier ganz normal«, gibt Jedaschko ein Beispiel. »Es wird geschaut, welche Neigungen und Interessen die Kinder unabhängig von Geschlecht oder sozialer Stellung haben, gemäß unserer Grundsätze«, sagt Michael Honder, Geschäftsführer DRK-Kreisverband Herford-Land.

Osthushenrich-Stiftung fördert Projekt

Der Aufenthalt in der Lernwerkstatt ist freiwillig, jedes Kind entscheidet selber, ob es dazu Lust hat; die Erzieherinnen nehmen dabei eine eher passive Rolle ein. »Bislang hält sich das Geschlechterverhältnis nahezu die Waage, und auch vom Alter her ist es sehr ausgeglichen«, erklärt Sabine Jedaschko.

Wichtiger Bestandteil der Lernwerkstatt ist spezielles Fördermaterial, das nach dem Prinzip der Fehlerselbstkontrolle aufgebaut ist. Möglich wurde diese Ausstattung erst durch den Projektzuschuss in Höhe von 850 Euro seitens der Gütersloher Osthushenrich-Stiftung. »Wir fördern gerne Kitas, die sich mit den MINT-Fächern auseinandersetzen – ich bin vom Konzept der Lernwerkstatt überzeugt«, sagt Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Stiftung, die sich die Förderung der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen auf die Fahne geschrieben hat.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.