Neuer Gesprächskreis in Bünde will Alleinerziehenden Mut machen Den beschwerlichen Alltag gemeinsam bewältigen

Bünde (WB). »Ich pack’s!« Das müssen viele alleinerziehende Mütter und Väter täglich wiederkehrend zu sich selbst sagen. Deshalb soll für sie und ihre Kinder jetzt ein Forum geschaffen werden, in dem man sich gegenseitig ermuntern kann, um den Alltag zu bewältigen.

Von Gitta Wittschier
Brigitte Lehmkuhl (von links), Elmar Boenig, Elisabeth Hoffmann-Gallhoff und Katja Okun-Wilmer zeigen das Plakat, mit dem auf den Gesprächskreis alleinerziehender Mütter und Väter hingewiesen wird. Am Samstag, 20. Januar, ist das erste Treffen.
Brigitte Lehmkuhl (von links), Elmar Boenig, Elisabeth Hoffmann-Gallhoff und Katja Okun-Wilmer zeigen das Plakat, mit dem auf den Gesprächskreis alleinerziehender Mütter und Väter hingewiesen wird. Am Samstag, 20. Januar, ist das erste Treffen.

Die Ehe- und Lebensberatung Bünde will mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Vater (VAMV) und mit dem Familienzentrum am Markt kooperieren. In Bünde soll wieder ein Gesprächskreis für Alleinerziehende ins Leben gerufen werden. »Das war vor mehr als 30 Jahren schon mal so, damals noch im Kinderparadies, das ich geleitet hatte«, erinnert sich Brigitte Lehmkuhl, Leiterin des Familienzentrums am Markt. »Wir hatten seinerzeit auch zusammengearbeitet und das soll jetzt wieder der Fall sein« ergänzt Elmar Boenig vom VAMV.

Auftaktveranstaltung am 20. Januar

Leider hatte sich der einstige Gesprächskreis auf Dauer nicht gehalten. Doch nun sollen die Beratungsangebote, der Austausch und die Gespräche untereinander wieder aufgefrischt werden. Jeweils 14-tägig, an jedem ersten und dritten Samstag im Monat, können sich Alleinerziehende in dem Räumlichkeiten des Familienzentrums am Markt treffen.

Auftaktveranstaltung ist am Samstag, 20. Januar, um 15 Uhr. Katja Okun-Wilmer von der Ehe- und Lebensberatung will ein Referat zum Thema halten. Rechtsanwältin Elisabeth Hoffmann-Gallhoff sorgt für juristische Begleitung.

Nicht nur Bünder sind willkommen

Reagieren Eltern immer vernünftig, wenn es zur Trennung kommt? »Häufig sind Extremsituationen an der Tagesordnung, Sicherungen brennen durch, schlimme Worte werden gegenseitig an den Kopf geworfen. Da ist es manchmal wichtig, auf andere zu treffen, die das Gleiche erlebt haben, um Zündstoff rauszunehmen«, betont Elmar Boenig, der die Gruppe bei den Treffen begleiten will. Oft ist es so, dass sich auch die Kinder der Alleinerziehenden untereinander austauschen, »sie gehen mit vielen Dingen viel ungezwungener um«.

Zählte die alleinige Erziehung eines Kindes vor 40 Jahren noch zu den Tabuthemen, ist sie heute beinahe alltäglich. Betroffene geben sich gesprächsoffen und freuen sich, auf Gleichgesinnte zu treffen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. »So ergeben sich neue Freiräume«, erklärt Brigitte Lehmkuhl. Wichtig sei noch, »dass nicht nur Bünder zu den Treffen willkommen sind, sondern auch Betroffene aus Nachbarstädten«.

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