Unbekannte verteilen Vogelfutter in der Bünder City – Anlieger sind sauer Tauben-Dreck sorgt für Ärger an der Eschstraße

Bünde (WB). In der Eschstraße sorgt zurzeit die Taubenpopulation für Ärger bei den Anliegern. Weil vermeintliche Tierfreunde offenbar immer wieder Futter ausstreuen, halten sich täglich etwa 50 Tiere auf den umliegenden Hausdächern auf. Die Folgen: Dreck und Schmutz.

Von Jan Gruhn
Etwa 50 Tauben sorgen mit ihren Hinterlassenschaften für Ärger bei den Anliegern der Eschstraße. Offenbar verteilen Unbekannte in der Bünder City regelmäßig Vogelfutter, das immer wieder neue Tiere anlockt. Die Stadt bittet um Hinweise.
Etwa 50 Tauben sorgen mit ihren Hinterlassenschaften für Ärger bei den Anliegern der Eschstraße. Offenbar verteilen Unbekannte in der Bünder City regelmäßig Vogelfutter, das immer wieder neue Tiere anlockt. Die Stadt bittet um Hinweise. Foto: Jan Gruhn

Auf dem Dach von Karlchens Backstube sind die Hinterlassenschaften gut zu erkennen. Die roten Dachziegel sind übersät mit Kotflecken, ihre Verursacher thronen darüber. »Ich putze schon gar keine Fenster mehr!«, sagt Beate Laure, die ihr Fachgeschäft für Taschen und Koffer gegenüber hat. Sie beobachtet nach eigenen Angaben seit etwa zwei Jahren, dass in der Fußgängerzone immer wieder Getreide verstreut wird. Teilweise würden sogar meterlange »Futterlinien« entlang der Geschäftszeilen gezogen.

Wer verteilt die Körner?

Aber wer verteilt die Körner, die immer wieder neue Tiere anlocken? Weder bei den Anliegern, noch bei der Stadtverwaltung seien dazu bislang Hinweise eingegangen. »Erst wenn wir wissen, wer es war, können wir ein Bußgeldverfahren einleiten«, sagt Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. »Deswegen wäre es gut, wenn sich mögliche Zeugen bei uns melden.« Laut Greiner-Rietz könnte den »Taubenfütterer« eine Geldstrafe von bis zu 3000 Euro erwarten.

Für Apotheker Reinhard Rokitta sieht es aus, als würde regelmäßig jemand mit einem aufgeschnittenen Futtersack durch die Eschstraße gehen und die Körner so unauffällig verteilen. Er habe sogar schon Tiere im Laden gehabt, erklärt der Inhaber der Punkt-Apotheke. Ähnliches berichtet auch Laure. »Ein Kunde hat sie dann gefangen und nach draußen gebracht.« Das Problem bei solchen »Stippvisiten«: Die Hinterlassenschaften können zu hygienischen Problemen führen.

Tauben veretreiben nicht einfach

Laut Nabu-Kreisvorsitzendem Friedhelm Diebrok ist es nicht so einfach, die Tauben aus der Eschstraße zu vertreiben. »Solange sie dort eine Futterquelle finden, kommen sie auch wieder.« Zudem habe er Zweifel, ob den Wildtieren mit Vergrämungsmethoden wie zum Beispiel einem Knalleffekt beizukommen sei. Nötig sei das Zufüttern ohnehin nicht.

Geschäftsfrau Beate Laure wird sich vorerst also weiter mit den gefiederten Nachbarn herumschlagen müssen. Dabei sei der Dreck an sich noch das geringste Problem. Der Kot sei in seiner Zusammensetzung so aggressiv, dass er auch die Gebäude beschädige.

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