Beamte im Bünder Land blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück Landrat dankt der Polizei

Bünde (BZ). 365 Tage, 0 bis 24 Uhr – Polizeidienststellen sind immer besetzt. Rund um die Uhr sorgen die Beamten auch im Kreis Herford für Sicherheit und Ordnung. Landrat Jürgen Müller dankte den Polizisten der Bünder Wache nun für ihren Einsatz – und blickte mit ihnen auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Von Daniel Salmon
Ließen das ereignisreiche Jahr 2017 Revue passieren: Landrat Jürgen Müller (von links), Korinna Zimmermann, Eike Meyer zu Hoberge, Wachleiter Axel Böker, Kreisdezernent Paul Bischoff, Dienstgruppenleiter Bernd Kuhlhoff und Polizeidirektor Dirk Zühlke.
Ließen das ereignisreiche Jahr 2017 Revue passieren: Landrat Jürgen Müller (von links), Korinna Zimmermann, Eike Meyer zu Hoberge, Wachleiter Axel Böker, Kreisdezernent Paul Bischoff, Dienstgruppenleiter Bernd Kuhlhoff und Polizeidirektor Dirk Zühlke. Foto: Daniel Salmon

Es ist seit jeher guter Brauch, dass der Leiter der Herforder Kreispolizei vor dem Weihnachtsfest den Standorten der Behörde einen Besuch abstattet. Begleitet wurde Müller am Freitagmittag von Kreisdezernent Paul Bischof, Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch und Polizeidirektor Dirk Zühlke. Als kleines Geschenk im Gepäck hatte das Quartett Kekse und Kaffee – als »Nervennahrung« für die Beamten.

Steigende Respektlosigkeit

Denn sie wissen: Die Ordnungshüter verrichten oftmals einen Knochenjob, sehen sich bei ihrer Arbeit einer steigenden Respektlosigkeit gegenüber Uniformierten ausgesetzt. »Die Aggressivität gegenüber uns hat in den letzten Jahren zugenommen«, hält Dienstgruppenleiter Bernd Kuhlhoff fest. Selbst vermeintliche Routineeinsätze könnten eskalieren. »Von daher bin ich den Beamten dankbar, dass sie in einem schwieriger werdenden Umfeld, das Einsatzgeschehen professionell meistern«, betonte Müller.

Gemeinsam mit Wachleiter Axel Böker blickte der Landrat auf das (fast) abgelaufene Jahr zurück. Und das hatte es für die rund 80 Beamten der Wache, des Kriminal- und Verkehrskommissariats sowie des Bezirks- und Verkehrsdienstes in sich. Tragisch verlief etwa die letzte Januarwoche in der an zwei Tagen gleich drei Verkehrstote zu beklagen waren: So wurde auf der Dünner Straße eine Frau von einem Auto erfasst. Auf der Kilverstraße in Rödinghausen kollidierten ein Motorradfahrer und ein junger Radler. »Solche Einsätze belasten die Kollegen natürlich auch. Insgesamt kamen 2017 fünf Menschen in unserem Wachgebiet bei Unfällen ums Leben«, so Böker. Generell habe es in den vergangenen zwölf Monaten im Bünder Land recht viele schwere Crashs gegeben.

Spektakulärer Trecker-Raub

Ebenfalls im Januar ereignete sich zudem ein spektakulärer Raub: Mit einem Trecker krachten Kriminelle in ein Wohnhaus, ließen aus den Trümmern einen Safe – mit wertlosen Akten –mitgehen. Einen der Täter konnten die Beamten schnappen.

Als sprichwörtliche Helfer in größter Not fungierten die Polizisten während eines plötzlichen Blitzeiseinbruchs: Mit ihren mit Spikes ausgestatteten Streifenwagen chauffierten sie Chirurgen ins Krankenhaus. Die Mediziner konnten mit ihren eigenen Wagen auf den spiegelglatten Straßen nicht mehr fahren, wurden aber im OP dringend gebraucht.

Renovierung geht voran

Fortschritte seien laut Böker bei der Renovierung der Bünder Wache gemacht worden. Absehbar sei ferner die Zeit, in der die Dienststelle mit ihren vier Zellen die Aufgaben des Herforder Zentralgewahrsams übernimmt. Dieses soll 2018 fertiggestellt werden. »Pro Jahr haben wir im Kreis rund 800 Ingewahrsamnahmen, zumeist Alkoholsünder«, so Polizeidirektor Zühlke.

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