André Dombrowski entdeckt im Keller alte Projektorrolle – filmischer Ausflug in die 80er - mit Video Als Andy Brehme durch Bünde lief

Bünde (WB). Die Aufnahmen sind etwas wackelig und schwarz-weiß. Ton: Fehlanzeige. Und doch haben die rund 36 Jahre alten Filme, die André Dombrowski vor Kurzem in seinem Keller gefunden hat, Seltenheitswert. In einer Einstellung läuft sogar der spätere Fußballweltmeister Andy Brehme durch Bünde.

Von Daniel Salmon
Unverwechselbar: Freundlich lacht der spätere Fußballweltmeister Andy Brehme in die Kamera. André Dombrowski hat die Aufnahme wiederentdeckt.
Unverwechselbar: Freundlich lacht der spätere Fußballweltmeister Andy Brehme in die Kamera. André Dombrowski hat die Aufnahme wiederentdeckt. Foto: Daniel Salmon

Freundlich lächelt der Mann mit der blonden Vokuhila-Frisur, der Fußballdeutschland bei der WM 1990 mit seinem Elfmetertor gegen Argentinien in einen kollektiven Freudentaumel versetzte, in die Kamera. Ebenso wie weitere Teamkollegen des Kickers, der seinerzeit für den 1. FC Kaiserslautern in der Bundesliga auflief. Darunter auch FCK-Ikone Hans-Peter-Briegel.

Wie in dem 1:20 Minuten kurzen Streifen weiter zu sehen ist, gab’s in der Elsestadt für die Pfälzer Fußballer damals einen großen Empfang auf dem Tönnies-Wellensiek-Platz – mit Chor und zahlreichen Schaulustigen. Interessant sind auch die Details im Hintergrund. So beherbergte das Gebäude, wo heute Karlchens Backstube untergebracht ist, damals die Esch-Reinigung.

Aufnahmen sind wohl 1981 entstanden

Dombrowski vermutet: »Der Film muss 1981 entstanden sein. Arminia spielte noch in der 1. Liga und namhafte Fußballvereine, die gegen Bielefeld spielten, logierten im City Hotel – dort wo heute die City Passage ist.« Der damals elfjährige Dombrowski hatte zu jener Zeit eine kreisrunde Super-8-Kamera geschenkt bekommen. »So etwas war damals hip, aber auch sauteuer.« Mehrere Wochen hatte sich der heute 46-Jährige dem Filmen als neuem Hobby gewidmet. Dann habe sein Interesse nachgelassen.

»Mit einer Filmrolle, die mit 20 Mark sehr teuer war, konnte man maximal drei Minuten aufnehmen. Mit heutigen Smartphones war das kaum zu vergleichen«, erinnert sich der Bünder. Seine alte Super-8-Kamera hat er längst nicht mehr und auch die Aufnahmen von damals glaubte er lange Zeit verloren – zumindest bis vor einigen Wochen.

Viel Zuspruch bei Facebook

»Dann habe ich beim Aufräumen im meinem Elternhaus, in dem ich jetzt mit meiner Familie lebe, eine Projektorrolle gefunden. Die hat sofort meine Neugier geweckt«, erzählt Dombrowski. Mit seinem Fund machte er sich auf den Weg zu einem Fotoladen, ließ die Aufnahmen dort digitalisieren und auf DVD brennen. Gesamtspielzeit: 15 Minuten. „Für mich war das wie ein filmischer Ausflug in meine Kindheit. Neben Filmen von Familienfeiern war auch die Aufnahme mit Andy Brehme drauf. Außerdem habe ich damals die Bahnhofstraße gefilmt«, so der 46-Jährige.

Was auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, hat bei näherer Betrachtung etwas von einer visuellen Zeitreise: Wer die Straße in der City von damals nicht erkennt, dürfte sie kaum wiedererkennen. Auf dem Bürgersteig steht eine Telefonzelle, viele Geschäfte am Straßenrand gibt’s heute nicht mehr. »Und auf der Else schwammen Schwäne! Das sieht man heute auch nicht mehr«, ergänzt Dombrowski, der mittlerweile auch andere an seiner filmischen Wiederentdeckung teilhaben ließ. Er stellte die Videos in einer lokalen Bünder Facebookgruppe online und erntete dafür zahlreiche Likes. »Das war für viele Leute wirklich interessant«, sagt der Bünder. Zu sehen gibt’s die beiden Filme aber mittlerweile auch bei Youtube.

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