Schulleiter Horst Selle äußert Bedenken – zusätzliche Chemie- und Physikräume benötigt Realschule Mitte: Reicht der geplante Anbau?

Bünde (WB). Die von der Stadt Bünde geplante Erweiterung der Realschule Mitte könnte für zukünftige Bedarfe und Aufgaben nicht ausreichen. Diese Befürchtung hegt zumindest Schulleiter Horst Selle – vor allem mit Blick auf die mögliche Einrichtung eines Hauptschulbildungsgangs am Strotweg.

Von Daniel Salmon
Würde an der Realschule Mitte ein Hauptschulbildungsgang eingerichtet, würde der geplante Anbau nicht ausreichen.
Würde an der Realschule Mitte ein Hauptschulbildungsgang eingerichtet, würde der geplante Anbau nicht ausreichen. Foto: Daniel Salmon

Zweistöckiger Neubau könnte 2,5 Millionen Euro kosten

Wie berichtet, empfiehlt der Schulausschuss für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf – das so genannte Gemeinsame Lernen (GL) – weitere räumliche Kapazitäten zu schaffen. Dabei entschieden sich die Politiker letztlich für eine Variante, die einen zweistöckigen Neubau zwischen dem Realschulgebäude und der Turnhalle vorsieht. Nutzfläche insgesamt: rund 940 Quadratmeter. Die Kosten würden sich nach einer ersten Schätzung der Kommunalbetriebe auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen. Eine künftige Aufstockung auf drei Etagen wäre dank modularer Bauweise möglich.

Vor einer endgültigen Beschlussfassung soll die Schulkonferenz um eine Stellungnahme gebeten werden, ob auch die Einrichtung eines gebundenen Ganztags und eines Hauptschulbildungsgangs denkbar wären. Das Gremium tagt das nächste Mal Ende Januar.

Für Hauptschulbildungsgang weitere Etage benötigt

»Vom Grundsatz her ist das wunderbar. Die Frage ist nur, ob das vom ersten Entwurf für all das wirklich ausreichen wird. Vermutlich ist das nicht der Fall«, kommentiert Selle den aktuellen Planungsstand mit einem zweistöckigen Anbau. Denn das zusätzliche Raumangebot würde, seiner Ansicht nach, lediglich für das Angebot des Gemeinsamen Lernens ausreichen. »Für einen Hauptschulbildungsgang bräuchten wir auf jeden Fall eine weitere Etage«, so der Schulleiter. Schließlich würde dann ein zusätzlicher Technik sowie ein Hauswirtschaftsraum benötigt. Fest steht für Selle: Die Zeit in der Sache drängt. Die Landesregierung habe sich zu dem Thema noch nicht hinreichend geäußert. Allerdings: Bereits ab diesem Schuljahr könnten Kinder, die an der Realschule die sechste Klasse nicht schaffen und die Schule wechseln müssten, nicht mehr an die Bünder Hauptschule wechseln: Dort gibt es dann keinen 7. Jahrgang mehr. Man könne sich zwar behelfen, indem man sie den sechsten Realschul-Jahrgang einmal wiederholen lasse. Das gebe die Rechtslage her. »Aber das Schuljahr 2018/19 wäre dann der Endpunkt. Dann muss man spätestens wissen, was los ist.« Alternativ wäre zwar eine Abschulung dieser Kinder an eine Gesamtschule möglich: »Das wäre zwar denkbar. Der Punkt ist nur, bei denen sind auch die Klassen voll.«

Er merkt zudem an, das die Schule bereits aktuell vier weitere naturwissenschaftliche Räume – einen für Physik, drei für Chemie – bräuchte, um in diesen Fächer »zeitgemäßen Unterricht« anbieten zu können: »Das wurde in der Schulausschusssitzung nicht thematisiert.«

Schulkonferenz gegen gebundenen Ganztag

Mit Blick auf die Einrichtung eines gebundenen Ganztags merkt Selle an, dass sich die Schulkonferenz im September bereits gegen dieses Modell ausgesprochen habe: »Wir werden das auf Antrag des Ausschusses aber noch mal abfragen.« Ob es allerdings Sinn mache, gegen den Willen des Gremiums den Ganztag einzuführen, sei fraglich. Letztlich rate er in der Sache zudem dazu, eine Bedarfsabfrage bei den Schülereltern durchzuführen. Denn fest steht: Für eine Ganztagsbetreuung müssten zusätzliche räumliche Kapazitäten geschaffen werden. Die finale Entscheidung über Einführung eines Hauptschulbildungsgangs sowie des Ganztags muss dann schließlich der Schulträger – also die Stadt – treffen.

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