Bünder Amtsgericht verurteilt Löhner (26) wegen exhibitionistischer Handlungen Auf Parkplatz masturbiert – Geldstrafe

Bünde (WB). Weil er auf einem öffentlichen Parkplatz an der Spradower Turnhalle masturbiert und dadurch eine junge Frau belästigt hat, ist ein Löhner (26) vom Bünder Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1500 Euro (30 Tagessätze á 50 Euro) verurteilt worden.

Von Daniel Salmon
Auf diesem Parkplatz an der Spradower Turnhalle hatte die Zeugin den Angeklagten entdeckt.
Auf diesem Parkplatz an der Spradower Turnhalle hatte die Zeugin den Angeklagten entdeckt. Foto: Daniel Salmon

Laut ihrer Aussage war die 25-jährige Hauptzeugin am Nachmittag des 11. März dieses Jahres – einem Samstag – mit ihrem Hund an der Sporthalle am Herzogweg spazierengegangen. Dort hatte sie den Angeklagten entdeckt, der in der Nähe seines Autos die exhibitionistischen Handlungen durchführte. »Er hat sich selbst befriedigt«, wie die Bünderin ausführte. Sie fuhr fort: »Er hat mich auch gesehen, sich sogar in meine Richtung gedreht.« Die 25-Jährige hatte sich bei dem Anblick »unwohl« und »belästigt« gefühlt. Zunächst habe sie ihren Spaziergang zwar fortgesetzt, als der Löhner dann aber auf ihrem Rückweg immer noch auf dem Parkplatz stand, habe sie die Polizei verständigt: »Da hatte er die Hose aber wieder oben.« Als die Beamten eintrafen, hatte sich der Beschuldigte bereits aus dem Staub gemacht. Die Zeugin hatte sich aber das Kennzeichen notiert, die Polizei so den 26-Jährigen ermittelt.

Löhner will »nur« uriniert haben

In der Verhandlung machte der Angeklagte selbst keine Angaben zum Tatvorwurf. Ein Polizist, der ihn auf der Wache vernommen hatte, sagte jedoch aus. Demnach hatte der Löhner gegenüber dem Beamten zwar eingeräumt, an besagtem Tag vor Ort gewesen zu sein. »Er hat aber gesagt, er habe nur uriniert«. so der Hauptkommissar. Zudem will der Beschuldigte die Zeugin zwar bemerkt, aber nicht als Frau wahrgenommen haben.

Dass er masturbiert hätte, habe der Löhner verneint. Stattdessen habe der 26-Jährige erklärt, an einer Vorhautverengung zu leiden und daher Probleme beim Wasserlassen zu haben. Danach hätte er dann in einem nahegelegenen Waldstück Holzstücke für sein Terrarium gesucht. In ihrer Vernehmung hatte die Hauptzeugin, die den Angeklagten auch wiedererkannte, jedoch ausgeschlossen, dass dieser »nur« uriniert hatte: »Dafür dauerte das zu lange.«

Ähnlicher Fall im Februar

Wie Richter Thomas Bröderhausen ausführte, war der Löhner wegen eines ähnlichen Falls im Februar 2017 in Melle-Bruchmühlen bereits in Erscheinung getreten. Damals hatte er vor einer 18-jährigen an einem Radweg onaniert. Das Amtsgericht Osnabrück hatte daraufhin Strafbefehl erlassen. Der Löhner musste 3000 Euro (60 Tagessätze) zahlen. Die Schuld hat er bereits beglichen.

Zwar hatte seine Verteidigerin in dem Bünder Fall wegen erheblicher Zweifel an der Schuld ihres Mandanten auf Freispruch plädiert. Das Gericht sah es aber als erwiesen an, dass sich die Tat, wie von der Zeugin geschildert, zugetragen hat und folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. »Sie haben masturbiert. Ein Irrtum ist ausgeschlossen«, so Richter Bröderhausen. Gegen das Urteil können binnen einer Woche Rechtsmittel eingelegt werden.

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