Bünder Tierheim vermittelt Urmel an Ehepaar aus Enger Misshandelter Kater hat ein neues Zuhause

Bünde/Herford (WB). Happy End für Urmel: Der Kater, dem Tierquäler Anfang August beide Ohren abgeschnitten und in Herford ausgesetzt hatten, hat ein neues Zuhause. »Er lebt jetzt bei einem Ehepaar in Enger«, sagt Renate Siekkötter, Vorsitzende der Herforder Tierschutzvereins.

Von Daniel Salmon
Kater Urmel lebt seit Sonntag bei einem Ehepaar in Enger. Laut Tierschutzvereinsvorsitzender Renate Siekkötter hatten die neuen Besitzer den Wunsch geäußert, nicht öffentlich in Erscheinung treten zu wollen.
Kater Urmel lebt seit Sonntag bei einem Ehepaar in Enger. Laut Tierschutzvereinsvorsitzender Renate Siekkötter hatten die neuen Besitzer den Wunsch geäußert, nicht öffentlich in Erscheinung treten zu wollen. Foto: Kathrin Weege

Mitarbeiter des Tierheims in Bünde hatten ihn am Sonntag dorthin gebracht. »Das machen wir bei Katzen grundsätzlich so, um zu sehen, ob bei der neuen Bleibe für das Tier auch alles so ist, wie wir uns das vorstellen«, so Siekkötter. Urmel sei bei der Übergabe völlig entspannt gewesen.

Urmels Schicksal bewegte viele Menschen

Das Schicksal des Katers hatte vor einigen Monaten deutschlandweit für großes Medieninteresse aber auch für Bestürzung gesorgt. Wie berichtet, hatte ein Anwohner der Herforder Brunnenstraße das verletzte Tier seinerzeit vor seiner Terrassentür entdeckt und in die Bielefelder Tierklinik gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass dem roten Kater die Verletzungen mutwillig zugefügt wurden waren. Daraufhin wurde er ins Bünder Tierheim gebracht und auf den Namen Urmel getauft.

»Er war zunächst in Quarantäne, wurde aufgepäppelt und dann geimpft«, erzählt Renate Siekkötter und ergänzt: »Das hat einige Zeit gedauert. Danach mussten wir vor einer Vermittlung an neue Besitzer herausfinden, welche Haltungsansprüche Urmel überhaupt hat.« Dabei kam heraus: Der Kater verträgt sich nicht gut mit Artgenossen.

Auch Interessenten aus dem Ausland

Durch die Berichterstattung in Zeitungen und im Fernsehen hatten sich beim Tierheim zwischenzeitlich zahlreiche Interessenten gemeldet, die Urmel bei sich aufnehmen wollten. »Es gab Anfragen aus ganz Deutschland, aus Österreich, Dänemark und den Niederlanden«, sagt Siekkötter. Für sie stand fest: »Er musste auf jeden Fall zu Leuten kommen, bei denen er allein im Mittelpunkt steht und die keine andere Katzen haben.«

Dass Urmel nun im benachbarten Enger untergekommen ist, sei purer Zufall gewesen. »Das Ehepaar war eigentlich gar nicht speziell wegen ihm ins Tierheim gekommen. Sie hatten lange Jahre selbst eine Katze, die sie nun einschläfern lassen mussten. Die beiden haben einfach ein neues Familienmitglied gesucht. Und das hat uns gut gefallen«, verrät Siekkötter.

Keine Hinweise auf Tierquäler

Hinweise auf die Unbekannten, die den Kater verstümmelt und ausgesetzt haben, gebe es weiterhin nicht, so die Tierschützerin. »Da er gar nicht menschenscheu ist, vermuten wir, dass er als Wohnungskatze gehalten wurde. Wahrscheinlich war er nur wenigen Leuten aus dem Umfeld der möglichen Täter überhaupt bekannt«, sagt Siekkötter.

Die Hiddenhauserin und ihre Mitstreiter hatten Flyer mit Fotos und den besonderen Erkennungsmerkmalen des Katers an Tierärzte und Tierschutzvereine in der ganzen Region verschickt. Zudem hatten Bürger für Hinweise, die zum Täter führen könnten, eine Belohnung in Höhe von zuletzt 3550 Euro zugesichert. Siekkötter: »Und bei der Polizei haben wir natürlich auch Strafanzeige erstattet.« Der Erfolg bei der Suche nach den Tierquälern blieb aber letztlich aus.

Ohnehin ist für die Tierschützerin etwas anderes nun wichtiger: »Wir freuen uns einfach, dass er ein liebevolles Zuhause gefunden hat.«

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