Jagdpächter erstatten Anzeige – Polizei vermutet Zusammenhänge Unbekannte fackeln vier Hochsitze ab

Bünde (WB). »Das ist eine Sauerei«, sagt Tobias Meyer. Der 32-Jährige steht vor den verkohlten Resten seines abgebrannten mobilen Hochsitzes. In den vergangenen Wochen wurden im Bünder Land gleich mehrere Jagdkanzeln ein Raub der Flammen.

Von Daniel Salmon
Jagdpächter Tobias Meyer ist sauer: Unbekannte haben seinen mobilen Hochsitz im Elsebruch angezündet. Er kann sich vorstellen, dass Jagdgegner hinter der Tat stecken. Die Reste des Häuschens muss er nun als Sondermüll entsorgen. Auffällig ist: Im Bünder Land und im benachbarten Bennien (Niedersachsen) waren in den vergangenen Woche ebenfalls Jagdkanzeln abgebrannt.
Jagdpächter Tobias Meyer ist sauer: Unbekannte haben seinen mobilen Hochsitz im Elsebruch angezündet. Er kann sich vorstellen, dass Jagdgegner hinter der Tat stecken. Die Reste des Häuschens muss er nun als Sondermüll entsorgen. Auffällig ist: Im Bünder Land und im benachbarten Bennien (Niedersachsen) waren in den vergangenen Woche ebenfalls Jagdkanzeln abgebrannt. Foto: Daniel Salmon

Ursprünglich hatte der Hochstand seinen Platz im Elsebruch, nahe der A30-Brücke an der Alten Else. Nun steht das abgefackelte Gebälk samt Anhänger auf dem Hof des Jagdpächters. »Bereits am 12. Oktober hatte ich bemerkt, dass jemand den Hochsitz umgekippt hatte. Ich hielt das zunächst nur für einen Dummen-Jungen-Streich und wollte ihn wieder aufrichten«, erinnert sich Tobias Meyer.

Er nahm sich vor, dafür mit einem Traktor zurückzukehren. »Aber das Gelände war durch den vielen Regen unwegsam geworden. Ich kam da mit dem schweren Gefährt zunächst nicht hin.« Knapp zwei Wochen später, am 28. Oktober, fand der Jagdpächter seinen Hochsitz dann abgebrannt vor, lediglich der Anhänger inklusive der Bereifung war noch halbwegs intakt. Das kleine Holzhäuschen des ehemals gut zwei Meter hohen Standes war jedoch bis auf einige verrußte Balken komplett weggeschmort. Meyer ist sich sicher: »Da muss jemand Brandbeschleuniger benutzt haben. Das Material ist eigentlich ziemlich schwer entflammbar. Außerdem muss das schon einige Zeit gefackelt und ziemlich geraucht haben.«

Frische Graffitis machen Pächter stutzig

Er ist verwundert, dass niemand von dem Feuer etwas mitbekommen hat: »Im Bruch sind eigentlich immer viele Leute mit ihren Hunden unterwegs. Ich denke daher, dass der Hochsitz wohl nachts angesteckt wurde.« Meyer vermutet, dass hinter dem Anschlag möglicherweise Jagdgegner stecken könnten. »Mich macht aber stutzig, dass im gleichen Zeitraum in der Nähe des Hochsitzes, direkt an der Autobahnbrücke neue Graffitis aufgesprüht wurden. Eine leere Farbdose habe ich dort auch gefunden.« Den Vorfall hat der 32-Jährige der Polizei angezeigt.

Ein neuer mobiler Hochsitz würde ihn zwischen 1200 und 1800 Euro kosten. »Und die Reste des alten muss ich nun als Sondermüll entsorgen«, ärgert sich der Bünder. Zugleich ist er aber froh, dass die Unbekannten seinen Hochsitz nicht im Sommer angesteckt haben und das Feuer nicht auf die dann trockene Vegetation übergreifen konnte.

Polizei vermutet Zusammenhang

Bereits am 24. September war in Ahle ein weiterer Hochsitz von Unbekannten angesteckt worden. »Das war auch eine fahrbare Kanzel«, erzählt der für das Revier Ostkilver zuständige Jagdpächter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Ein weiterer Hochstand desselben Pächters brannte am 30. Oktober im Revier Ostkilver ebenfalls. »Von einem Kollegen im benachbarten Bennien weiß ich zudem, dass sein Hochsitz vor kurzem auch angesteckt wurde«, sagt er.

»Wir ermitteln in den drei Fällen in unserem Gebiet wegen Sachbeschädigung durch Feuer«, sagt Uwe Maser, Sprecher der Kreispolizeibehörde Herford. Der Beamte ergänzt: »Wir vermuten, dass die Taten zusammenhängen.« Hinweise zu den Bränden nimmt die Polizei in Herford unter Telefon 05221/88 80 entgegen.

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