Stadt rechnet vorerst nicht mit weiteren Zuweisungen im Asylverfahren Flüchtlingsquote übererfüllt

Bünde   (WB). Wie viele Menschen mit einem Fluchthintergrund leben derzeit in Bünde? Diese Frage ist auch für die Stadtverwaltung nicht ohne Weiteres zu beantworten. Denn je nachdem, welche Leistungen sie beziehen, ist entweder die Stadt oder die Agentur für Arbeit zuständig.

Von Hilko Raske
489 Menschen mit Fluchthintergrund leben in den Quartieren, die die Stadt zur Verfügung stellt – dazu gehören auch die ehemaligen Wohnungen der britischen Streitkräfte. In der nächsten Zeit rechnet die Stadt nicht mit weiteren Zuweisungen.
489 Menschen mit Fluchthintergrund leben in den Quartieren, die die Stadt zur Verfügung stellt – dazu gehören auch die ehemaligen Wohnungen der britischen Streitkräfte. In der nächsten Zeit rechnet die Stadt nicht mit weiteren Zuweisungen. Foto: Daniel Salmon

Erhalten Flüchtlinge Bezüge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), kommt die Stadt Bünde ins Spiel. »Aktuell sind es 333 Personen, die derartige Bezüge erhalten. Davon sind 229 männlich und 104 weiblich«, informiert Stefan Bohnhorst, zuständiger Teamleiter Asyl. Für jeden von ihnen erhalte die Stadt vom Land NRW 866 Euro monatlich – »das ist auskömmlich«, so Bohnhorst. Fast ein Drittel von ihnen sei in privaten Wohnungen untergebracht.

Syrier stellen größte Gruppe

Schaue man aber auf die Personen mit Fluchthintergrund, die in städtischen Unterkünften untergebracht sind, habe man schon eine ganz andere Zahl, nämlich 489. Dabei stellten die Syrier die größte Gruppe (135 Menschen), gefolgt von Irakern (72), Afghanen (67), Aserbaidschanern (30) und Flüchtlingen aus der Russischen Föderation (19). »244 von ihnen erhalten Bezüge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, 245 haben sonstige Sozialleistungsansprüche.« In Einzelfällen könnten sich einige von ihnen inzwischen durch ein eigenes Einkommen unterhalten, so Bohnhorst. »Sechs Prozent der Flüchtlinge, die im Asylbewerberleistungsbezug stehen, haben eigenes Einkommen. Von der Stadt erhalten sie eine Aufstockung dazu.«

Der Trend bei der Anerkennung als Asylberechtigter habe sich für Menschen aus den fünf Ländern mit ausgewiesener Bleibeperspektive – das sind Syrien, der Iran, Irak, Eritrea und Somalia – 2017 in Bünde fortgesetzt. »120 haben eine Anerkennung und Wohnsitzauflage erhalten.«

Bislang überschaubare Familienzusammenführung

Im Rahmen der Familienzusammenführung sei von April bis Juni eine sehr überschaubare Anzahl nach Bünde gekommen: zwölf Personen. »Diese Zahl dürfte aber voraussichtlich deutlich steigen«, sagt Bohnhorst. Bei den Zuweisung im Asylverfahren rechne die Stadt vorerst nicht mit weiteren Aufnahmen. Grund: »Mit unserer Quote von 129 Prozent liegen wir im Plus.« Ähnlich sieht es bei weiteren Zuweisungen im Rahmen der Wohnsitzauflage aus: hier betrug die Aufnahmequote zum 30. Juni 94,32 Prozent. »Damit haben wir unser Soll fast erreicht.« Es würde sich dabei um Personen handeln, deren Antrag auf Asyl bereits anerkannt sei und die der Stadt Bünde zugewiesen würden, damit sie eine Unterbringung finden. »Sonst wären sie faktisch obdachlos.«

122 Personen mit einem Fluchthintergrund würden an Sprach- und Integrationskursen teilnehmen, die von vier Einrichtungen – darunter auch der Verein International – angeboten würden. Nach den Sommerferien seien weitere Integrationskurse geplant, so Bohnhorst.

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