Andre Sczesni und Jan Hebrock nehmen an Autorallye Carbage Run teil Abenteuerlicher Roadtrip durch Osteuropa

Kirchlengern  (WB). Mit dem Billigflieger nach Mallorca düsen kann jeder – mit dem Billigauto Tausende Kilometer quer durch Osteuropa fahren nicht. Zwei Kirchlengeraner stellen sich jetzt den Herausforderungen einer ganz speziellen Schnitzeljagd.

Von Karl-Hendrik Tittel
Die Vorfreude ist bereits groß : Am kommenden Montag starten Andre Sczesni (26) und Jan Hebrock (25) als Team F.B.I. beim »Carbage Run« in Dresden, der die Kirchlengeraner in fünf Tagen durch fünf Länder führt.
Die Vorfreude ist bereits groß : Am kommenden Montag starten Andre Sczesni (26) und Jan Hebrock (25) als Team F.B.I. beim »Carbage Run« in Dresden, der die Kirchlengeraner in fünf Tagen durch fünf Länder führt. Foto: Karl-Hendrik Tittel

»Europas größte und abgefahrenste Autorallye«, so werben die Veranstalter für ihren 2009 in Holland entwickelten »Carbage Run«, der in diesem Jahr erstmalig für Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum organisiert wird. Das Ganze klingt so simpel wie abenteuerlich: Mit jeweils einem Auto, das nicht mehr als 500 Euro kosten darf, fahren die Teams in fünf Tagen durch fünf osteuropäische Länder und müssen dabei unterschiedliche Aufgaben meistern.

Strecke führt über 2500 Kilometer

Was da genau auf Andre Sczesni (26) und Jan Hebrock (25) zukommt, wissen die beiden Freunde selbst noch nicht. »Wir bekommen jeden Morgen einen Tagsplan, der die genaue Route und die für den Tag anfallenden Aufgaben enthält«, sagt Sczesni und blickt auf die Veranstaltungsunterlagen. Immerhin sind dort die Länder aufgeführt, durch die es gehen soll: Polen, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Slowenien – insgesamt 2500 Kilometer. »Wir wollten einmal etwas anderes als Pauschalurlaub machen, und so haben uns für diese doch recht spezielle Rallye angemeldet«, erinnert sich Hebrock.

Zwei Opel Omega ausgeschlachtet

Vorher allerdings musste ein geeigneter Wagen gefunden werden, der so gut wie nichts kosten durfte, aber rechtzeitig zum Start flott gemacht werden konnte. Schließlich setzt sich der Name »Carbage« aus den englischen Worten »Car« für Auto und »Garbage« für Schrott zusammen und beschreibt damit die gewünschte Ausrichtung des Events treffend: eine Rallye in einer alten Rostlaube. Andre Sczesni, der als Mitarbeiter beim elterlichen Autodienst naturgemäß an der Quelle sitzt, hatte genau das passende Gefährt im Hinterkopf. So steckte er Dutzende Arbeitsstunden in einen Opel Omega B von 1995, der seit Längerem auf dem Betriebsgelände auf seine Entsorgung wartete. »Von Leuten, die die Aktion cool fanden und uns unterstützen wollten, wurden uns zwei weitere Omegas zur Verfügung gestellt, die wir ausschlachten konnten«, so der 26-Jährige und ergänzt: »Da ging eine Menge Freizeit drauf, aber es hat sich gelohnt, seit letzter Woche hat der Wagen wieder auch TÜV und ist daher bereit für die Rallye.«

Übernachtung im Zelt auf der Wiese

Am 7. August geht es von Dresden aus los, nach Veranstalterangaben starten etwa 250 Fahrzeuge mit Teams aus ganz Deutschland. »Klar sind wir auch ein bisschen nervös, aber die Vorfreude überwiegt«, so Hebrock. »Am meisten Angst habe ich vor einer Panne, mit Hin- und Rückfahrt kommen rund 4000 Kilometer auf uns zu – ich habe mit den Kollegen gewettet, dass wir den Wagen heil nach Hause bringen werden«, so Sczesni lächelnd. Man habe sich aber nicht nur technisch, sondern generell gut vorbereitet, was bei den Bedingungen auch notwendig sei. Denn genächtigt werde nicht in Hotels, sondern im Zelt auf Wiesen, die von den Veranstaltern angemietet werden. »Strom oder andere Annehmlichkeiten wird es nicht geben«, sagt Sczesni.

»Teilnahmegebühr, Sprit, Ausrüstung, Verpflegung, Maut, die Campinggebühr und das Auto selbst – das Ganze ist schon ein teurer Spaß«, betont Hebrock. Daher sind die beiden Rallyeteilnehmer froh über die Unterstützung einiger lokaler Sponsoren: Grotemeier Bünde, GTÜ Prüfstelle Bünde, Lackkonzept Kirchlengern, Zentrale Autoglas Herford und Autodienst Sczesni Kirchlengern.

Das bisher größte Abenteuer ihres Lebens wollen die Kirchlengeraner, die als Team F.B.I. an den Start gehen, auf dem Online-Dienst Instagram (team.fbi) dokumentieren.

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