Bünder Einsatzkräfte müssen bei der Übung im alten Kiko-Gebäude vermisste Kinder suchen Feuerwehr trainiert Brand-Szenario

Bünde (WB). Ein solches Szenario möchte sich eigentlich niemand vorstellen: Ein altes, verwinkeltes Firmengebäude steht in Flammen und etwa zehn Kinder werden darin vermisst. Unmöglich ist es dennoch nicht, erst vor einigen Jahren ist ein solcher Vorfall im alten Cordes-Gebäude vermutet worden.

Von Annika Tismer
Für die Übung ist der Einsatz von Wasser nicht vorgesehen. Dennoch werden die Schläuche in die richtige Position gebracht, um Abläufe zu proben.
Für die Übung ist der Einsatz von Wasser nicht vorgesehen. Dennoch werden die Schläuche in die richtige Position gebracht, um Abläufe zu proben. Foto: Annika Tismer

Damals hatte sich dies zum Glück nicht bewahrheitet. Um dennoch auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, haben die Bünder Löschgruppen am Dienstagabend einen solchen Einsatz geprobt. Zur Verfügung gestellt bekommen hatten sie dafür das alte Kiko-Möbel-Gebäude an der Blankener Straße.

Insgesamt 130 Einsatzkräfte sind dorthin ausgerückt, um wichtige Abläufe zu üben. Sie hatten bereits im Vorfeld gewusst, dass es sich um eine Übung handelt und hatten sich aus diesem Grund an der Hauptwache getroffen. Die Ausgangssituation war dabei nicht besonders einfach. Denn das Gebäude erstreckt sich über drei Etagen, die jeweils stark verwinkelt sind. Mit Hilfe von Nebelmaschinen war die Sicht für die Einsatzkräfte zusätzlich erschwert worden. Bis zu zehn Kinder sollten noch in dem Gebäude sein, sie hatten das Feuer zuvor durch Zündeleien entfacht.

Feuerwehrchef mit Übung zufrieden

»Gerade bei Kindern kann es sein, dass sie sich aufgrund von Angst verstecken«, erklärte Feuerwehrleiter Rüdiger Meier. Aus diesem Grund galt es, das Gebäude sehr genau abzusuchen, gleichzeitig aber auch die Personen zu retten, die sich durch Rufen bemerkbar machten, und das Feuer zu löschen. »Da braucht es eine enorm gute Zusammenarbeit«, betonte Meier.

Mit dieser zeigte er sich am Ende der Übung sehr zufrieden: »Natürlich gibt es an einzelnen Stellen Verbesserungsbedarfe, insgesamt lief aber alles sehr gut«, sagte er. So hätten die ersten Einsatzkräfte vor Ort daran gedacht, Platz für den Leiterwagen zu lassen, auch ansonsten hätten die Teams Hand in Hand gearbeitet. »Dabei ging es dieses Mal nicht um Zeit, sondern um die richtigen Abläufe und die Umsetzung von Wissen«, erklärte Meier.

Möglich gemacht wurde die Übung unter anderem durch die Firma Grotemeier, die das Gebäude zur Verfügung gestellt hatte. Unterstützung gab es außerdem vom Deutschen Roten Kreuz, das mit realistisch geschminkten Unfalldarstellern vor Ort war.

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