Nachwuchs in Bünde hat erstmals eigenständig das Nest verlassen Neues aus dem Elsebruch: Jungstörche sind flügge

Bünde (WB). Gute Nachrichten aus dem Elsebruch: Der Bünder Storchennachwuchs ist nun flügge. Allerdings haben die beiden Jungtiere am Wochenende ihr Nest zum ersten Mal wohl nicht ganz freiwillig verlassen.

Von Daniel Salmon
Nicht ganz freiwillig haben die Bünder Jungstörche im Elsebruch am vergangenen Sonntag erstmals ihr Nest verlassen. Aufgescheucht wurden sie angeblich von einer Fotografin, die mit ihren freilaufenden Hunden dem Horst zu nahe kam.
Nicht ganz freiwillig haben die Bünder Jungstörche im Elsebruch am vergangenen Sonntag erstmals ihr Nest verlassen. Aufgescheucht wurden sie angeblich von einer Fotografin, die mit ihren freilaufenden Hunden dem Horst zu nahe kam. Foto: Peter Schubert

»Am Sonntag gegen 10.45 Uhr sind die Tiere das erste Mal von ihrem Horst heruntergekommen. Das ist natürlich immer eines der Highlights der Brutsaison«, schildert Peter Schubert.

Für den Storchenfreund hat dieses Ereignis allerdings einen bitteren Beigeschmack. »Eine Frau war mit ihren zwei freilaufenden Hunden und einer Kamera dicht ans Nest gegangen, um zu fotografieren. Eher aus Panik als freiwillig flogen die Jungstörche daraufhin wohl herunter«, vermutet Schubert. Seiner Ansicht nach wären die Tiere eigentlich noch gar nicht so weit gewesen, das Nest allein zu verlassen: »Die Nestlingszeit ist zwar vorbei, aber meiner Meinung nach sind die beiden noch etwas klein. Sie entscheiden dann auch von allein, wann sie das erste Mal herunterkommen.«

Nicht ungefährlich

Zumal: Die ersten Flugversuche seien für die Jungtiere auch nicht ganz ungefährlich gewesen. »Am Sonntag hatte ich die Sorge, dass die beiden in einem der nahe gelegenen Maisfelder landen. Das wäre problematisch geworden. Dort hätten sie ihre Flügel nicht aufspannen und wieder abheben können.« Ältere Tiere wären einfach wieder aus dem Feld herausgestakst, die jüngeren seien in dieser Hinsicht noch unerfahren.

Schwierig sei für den tierischen Nachwuchs – den man übrigens an den noch schwarzen Schnäbeln gut von den Alttieren unterscheiden kann – aus dem Flug heraus das Nest wieder anzusteuern und zu landen: »Da brauchen junge Störche schon mal fünf bis sechs Versuche.«

Bis zum Sonntagabend hatte es ein Tier dann wieder auf den sicheren Horst geschafft. Schubert: »Und der andere war am nächsten Morgen auch wieder oben.« Seither harren sie in luftiger Höhe aus, lassen sich derzeit auch noch von ihren Eltern füttern.

Aber schon bald wird das Duo wohl eigenständig auf Nahrungssuche gehen, denn Anfang August machen sich die Jungstörche in der Regel auf den Weg in Richtung Süden. »Die älteren Tiere bleiben noch rund drei Wochen länger, ehe sie auch aufbrechen«, erklärt Peter Schubert.

Ein Küken ist gestorben

Bereits seit einigen Jahren begleitet der Bünder die Stelzvögel im Elsebruch intensiv. Bilder der Tiere und dazugehörige Texte setzt er in einem eigenen Blog ins Internet. »Der Bünder Storch ist in diesem Jahr bereits zum fünften Mal im Bruch. Vermutlich hat er immer mit einem anderen Weibchen gebrütet. Denn Störche sind zwar horst- aber nicht partnergebunden«, erklärt er. Mit der bisherigen Brutsaison ist er zufrieden. Allerdings: »Ursprünglich waren es sogar drei Storchenküken bei uns.« Jedoch Anfang Juni sei eines der Jungtiere verschwunden. Schubert vermutet, dass es bei dem stürmischen Wetter zu der Zeit aus dem Nest geweht ist. »Gefunden habe ich es in den Tagen danach nicht. Möglicherweise hat es ein Fuchs geholt.«

Auch in der näheren Umgebung verfolgt Schubert den Bruterfolg anderer Storchenpaare. Während es in Enger und Hiddenhausen jeweils zwei Jungvögel gebe, habe es aus den Löhner Blutwiesen und aus Bruchmühlen keine guten Nachrichten gegeben: »An beiden Standorten wurde die Brut aufgegeben.«

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