CDU in Bünde-Spradow fordert Beutelspender und mehr Kontrollen Hundehaufen sorgen erneut für Ärger

Bünde (WB). Das stinkt zum Himmel: Weil Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere in Spradow einfach am Straßenrand und auf Feldern liegenlassen, hat sich der CDU-Ortsverein ans Ordnungsamt gewandt. Die Christdemokraten regen das Aufstellen von Hundekotbeutelspendern und stärkere Kontrollen an.

Von Daniel Salmon
Ortsbegehung: Ortsunions-Vorsitzender Horst Wibbeler (von links), die Anwohner Eva-Marie und Dieter Meier sowie der Spradower CDU-Sprecher Hans-Walter Holthaus am Radweg entlang der Dünner Straße. Das Gras dort ist übersät mit Hundehaufen.
Ortsbegehung: Ortsunions-Vorsitzender Horst Wibbeler (von links), die Anwohner Eva-Marie und Dieter Meier sowie der Spradower CDU-Sprecher Hans-Walter Holthaus am Radweg entlang der Dünner Straße. Das Gras dort ist übersät mit Hundehaufen. Foto: Daniel Salmon

Und in der Tat: Beim Ortstermin am Radweg an der Dünner Straße, unweit der Feuerwache, stößt man im Abstand von nicht mal einem Meter auf die stinkenden »Tretminen« im Gras– und nicht nur dort. Horst Wibbeler, Vorsitzender der Spradower Ortsunion, erläutert: »Aus Wohnbereichen am Adenauer-Kreisel, der Dünner Straße bis zur Einmündung Spradower Schweiz, der Spradower Schweiz selbst und der Virchowstraße erreichen uns vermehrt Beschwerden von Bürgern über die Verschmutzung durch Hundekot.« Auch ein angrenzendes Erdbeerfeld werde immer wieder als »Hundeklo« missbraucht. Zudem werde laut Wibbeler immer wieder auf das uneinsichtige Verhalten der Hundehalter hingewiesen: »Die sagen, sie machen das nicht weg, weil sich ja schließlich Hundesteuer bezahlen.«

Hunde sind nicht das Problem

Hans-Walter Holthaus stellt klar: »Wir haben nichts gegen Hunde und deren Besitzer. Aber es gibt bei denen einige schwarze Schafe, die sich strikt weigern, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entfernen. Und das nimmt so langsam Überhand.«

Bereits vor knapp einer Woche hatten sich Naturschützer, wie berichtet, darüber beschwert, dass auch das Naturschutzgebiet der Elseauen in Spradow zunehmend mit Hundekot verschmutzt werde.

Für den betroffenen Bereich rund um die Feuerwache regt die Spradower Ortsunion nun das Aufstellen von drei Spendern für Hundekotbeutel an, um »die Situation zu entschärfen«. »Und es wäre schön, wenn das Ordnungsamt Mitarbeiter des Bonus-Teams öfter zu Kontrollen herausschicken würde«, so Holthaus.

Wird ein Hundehalter, der den Kot seines Tieres nicht beseitigt, auf frischer Tat ertappt, könnte es teuer werden. »Das kostet mindestens 35 Euro«, sagt Axel Biermann vom Bünder Ordnungsamt. Wiederholungstäter könnten mit weitaus höheren Beträgen zur Kasse gebeten werden (siehe Infobox). In Herford sind die Bußgelder kürzlich angehoben worden. Hier werden für das Nicht-Entfernen von Hundekot inzwischen 100 Euro fällig. Der Bünder Stadtmitarbeiter hat durchaus Verständnis für das Anliegen der Spradower.

Was kostet wie viel?

Laut Axel Biermann vom Ordnungsamt können »Wiederholungstäter«, die den Kot ihrer Hunde nicht beseitigen, mit bis zu 250 Euro zur Kasse gebeten werden. Auch andere Verstöße könnten im Zuge der »Bünder Ordnungspartnerschaft für Sicherheit und Sauberkeit« teuer werden. So kostet das Entsorgen von Zigarettenstummeln oder Kaugummi auf öffentlichem Grund 10 bis 25 Euro. Wer Altglas außerhalb er erlaubten Zeiten im Container entsorgt, muss 25 bis 100 Euro zahlen. Beim »wilden Ablagern« von Sperrmüll liegt die Strafe zwischen 50 bis 1530 Euro.

Immer mehr Tiere werden angemeldet

Er sagt: »Zweifellos ist das Liegenlassen von Hundekot in ganz Bünde ein Problem. Wir haben zunehmend mehr Tiere in der Stadt. Die Zahl der Hunde, die pro Jahr angemeldet werden, übersteigt mittlerweile die Anzahl der Neubürgeranmeldungen.« In Absprache mit der Politik habe die Stadt daher reagiert und in citynahen Bereichen Beutelspender aufstellen lassen. Biermann: »Dort hatte die Verschmutzung Überhand genommen.« Auch wären die Kosten für die Anschaffung neuer Spender durchaus überschaubar. »Wenn wir solche in Spradow aufstellen, werden für die anderen Ortsteile auch welche gefordert. Zumal die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass die Beutel zweckentfremdet werden.« Verwaltungsseitig werde man sich mit dem Antrag der CDU intensiv beschäftigen, verspricht Biermann.

Laut seiner Aussage, sei das Bonus-Team des Ordnungsamtes auch in den Ortsteilen unterwegs und kontrolliere bereits mögliche Verstöße: »Allerdings können die nicht überall gleichzeitig sein«, so Biermann.

Kommentare

Das angeregte Aufstellen von Hundekotbeutelspendern wird nicht viel nutzen. In Schweicheln-Bermbeck sind solche Spender aufgestellt, werden aber von vielen Hundebesitzern nicht genutzt, weil diese zum Teil geistig nicht in der Lage sind, sie zu bedienen. Bei anderen Hundebesitzern hat man den Eindruck, dass sie sich am liebsten neben ihren Hund hocken würden um zu sehen, wer den größeren Haufen macht. Das Argument, man würde schließlich Hundesteuer zaheln und müsse deshalb die Hinterlassenschaft ihres Hundes nicht beseitigen, greift allerdings nur dann, wenn die Hundesteuer verzehnfacht wird.

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