Gunter Gabriel wird 75 – viel gewonnen, viel verloren, aber unverwüstlich Hey Boss, ich brauch mehr Geld

Hamburg/Bünde (dpa). Seine größten Erfolge hatte Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel in den 1970er Jahren. Viele jüngere TV-Zuschauer lernten den Mann, der aus Bünde im Kreis Herford stammt, erst mit dem Einzug ins RTL-»Dschungelcamp« im Januar 2016 kennen. Mehr für seine Gesundheit zu tun, nahm er sich danach vor – ein Vorsatz auch fürs neue Lebensjahr: An diesem Sonntag wird Gunter Gabriel 75 Jahre alt.

Nicht kleinzukriegen: Gunter Gabriel in Hamburg auf seinem Motorroller.
Nicht kleinzukriegen: Gunter Gabriel in Hamburg auf seinem Motorroller. Foto: dpa

Sein Zuhause ist ein Hausboot in Hamburg-Harburg. Es ist vollgepfropft – nicht mit Luxus, die sich der Barde dank seiner Hits zugelegt haben könnte. Aber mit Erinnerungen und Träumen, die in Zeitungsausschnitten, Bildern, Büchern, Platten, Postern präsent sind, und in den Geschichten, die er gern erzählt, lebendig werden.

Ältere haben seine Hits im Ohr, mit denen er es in die Charts geschafft hatte. Mit »Er ist ein Kerl (Der 30 Tonner Diesel)« fing 1973 alles an, Lieder wie »Hey Boss, ich brauch mehr Geld« oder »Komm‘ unter meine Decke« landeten in den Top Ten. Der gelernte Maschinenschlosser Günther Cas­pelherr – seiner ersten Frau Gabriele verdankt er den Künstlernamen – stach heraus aus der damaligen Schlagerszene. Er schrieb Lieder für andere, etwa »Wenn du denkst, du denkst« (Juliane Werding), und war selbst zum Fernfahrer-Idol, zum Malocher-Musiker geworden.

Gabriel kennt die große Show und er kennt den Absturz. Neue Hits blieben aus, seine Ehen zerbrachen, bei Immobiliengeschäften verspekulierte er sich und verlor Millionen.

Gestrauchelt, aber nicht gescheitert, so sieht er sich. »Ich bin ein Lösungsmann, kein Jammermann.« Und am Geburtstag will er wieder bei einem Trucker-Treffen auf der Bühne stehen: »Die Fernfahrer sind mir schon immer die wichtigsten Leute gewesen. Das sind die Helden für mich.«

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