Personal und Patienten nehmen Rauchgeruch wahr – Kamin könnte Ursache sein Großalarm am Bünder Lukas-Krankenhaus

Bünde (WB). Der Anspannung folgte die Erleichterung: Mit einem Großaufgebot ist die Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag am Lukas-Krankenhaus vorgefahren. Mitarbeiter hatten dort Brandgeruch wahrgenommen. Zum Glück entpuppte sich die Meldung als Fehlalarm. Ein Nachbar hatte offenbar lediglich seinen Kamin geheizt.

Von Annika Tismer und Moritz Winde
Alarmstufe 3 in der Nacht zu Sonntag: Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an – und zum Glück schnell wieder In der Einfahrt zur Notaufnahme des Lukas-Krankenhauses bringen die Feuerwehrleute ihre Drehleiter in Stellung und suchen nach einem etwaigen Brandherd.
Alarmstufe 3 in der Nacht zu Sonntag: Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an – und zum Glück schnell wieder In der Einfahrt zur Notaufnahme des Lukas-Krankenhauses bringen die Feuerwehrleute ihre Drehleiter in Stellung und suchen nach einem etwaigen Brandherd.

Brandemeldeanlage alarmierte nicht

Es war 23.18 Uhr, als der Notruf in der Leitstelle einging. »Bei uns schrillten natürlich

Mit Spezialgeräten wie einer Wärmebildkamera begutachten Feuerwehrmänner das Krankenhaus. Foto: Tismer

sofort die Alarmglocken. Eine solche Einsatzlage ist immer von einer gewissen Brisanz. Das war für alle Beteiligten Psycho-Stress«, sagte Bündes Feuerwehrchef Rüdiger Meier. Das Besondere: Es habe sich um eine so genannte Echtmeldung gehandelt. »Dem Krankenhaus-Personal und auch Patienten war auf mehreren Etagen der Geruch von Rauch aufgefallen«, sagte Rüdiger Meier. Die Brandmeldeanlagen des Lukas-Krankenhauses waren nicht angegangen.

Bis auf die Löschzüge Holsen und Ahle – diese Kameraden feierten gemeinsam Feuerwehrfest – wurden alle zur Verfügung stehenden Kräfte in jener Nacht mobilisiert. Etwa 80 Feuerwehrleute rückten an. Auf dem Parkplatz des Stadtgartens wurde ein Bereitschaftsraum eingerichtet. Während erste Einsatzkräfte das Krankenhaus und das umliegende Gelände nach der Ursache für den deutlich wahrnehmbaren Feuergeruch absuchten, hielten sich hier weitere Kräfte für einen möglichen weiteren Einsatz oder eine Evakuierung des Krankenhauses bereit.

Trupps suchen die Nachbarschaft ab

»Wir haben zunächst das gesamte Gebäude – vom Keller bis zum Dach – nach möglichen Ursachen abgesucht. Ein Drehleiter-Fahrzeug wurde an der Notaufnahme in Stellung gebracht. Zu Fuß ging es durch die Krankenhaus-Flure«, sagte Rüdiger Meier, der zwar vor Ort war, den Einsatz aber nicht leitete. Das Sagen hatte sein Kollege Kai Vortriede. Der schickte zudem Trupps in die Nachbarschaft, um zu ergründen, woher der rätselhafte Geruch herkam. Ein Feuer wurde jedoch nirgends entdeckt. Während der Suchmaßnahmen versuchten die Schwestern und Pfleger die Patienten zu beruhigen.

Da eine Evakuierung der Patienten – 200 der 312 Betten waren in der Nacht zu Sonntag im Lukas-Krankenhaus belegt – zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, war mit Alarmstufe 3 alarmiert worden. Das bedeutet Katastrophenalarm.

Am Ende konnten die Einsatzkräfte nach einer genauen Begutachtung des gesamten Gebäudes und der Häuser in der Nachbarschaft Entwarnung geben. Aber woher kam der penetrante Rauchgeruch? Rüdiger Meiers Erklärung: »Vermutlich ist ein Kamin in der Nachbarschaft als Ursache zu sehen. Dieser hatte beim Anfeuern für einen besonders starken Brandgeruch gesorgt.« Und die Be- und Entlüftungsanlage des Krankenhaus habe die Umgebungsluft eingesogen und im Inneren verteilt.

Einsatz nach anderthalb Stunden beendet

Die Einsatzkräfte konnten nach eineinhalb Stunden wieder abrücken. Der Bereich rund um das Krankenhaus war vollständig abgesperrt worden. Rüdiger Meier lobte die Nachtschicht des Krankenhauses: »Die Mitarbeiter haben sehr besonnen regiert.«

Und auch die Krankenhaus.Geschäftsleitung war die Erleichterung anzumerken. »Wir bedanken uns für das schnelle Handeln der Feuerwehr und der Mitarbeiter. Lieber einmal mehr alarmieren, als einmal zu wenig, gerade wenn es ein Krankenhaus betrifft«, heißt es in einer Pressemitteilung des kaufmännischen Direktors Roland von der Mühlen.

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